Politik | Ausland
17.08.2017

Barcelona-Terror: Fahrzeuge als tödliche Waffen

In Europa wurde in der Vergangenheit eine ganze Reihe von Anschlägen mit Autos und Lkws verübt. Eine Chronologie.

Erneut ist ein mutmaßlicher Terroranschlag in Europa mit einem Fahrzeug verübt worden. Der Vorfall in Barcelona, bei dem ein Lieferwagen in eine Menschenmenge auf einem beliebten Boulevard fuhr, erinnert an mehrere Attentate, bei denen Fahrzeuge als Waffen eingesetzt wurden.

Barcelona - Am 17. August raste ein Lieferwagen auf dem bei Touristen beliebten Boulevard Las Ramblas im Zentrum der Stadt in eine Menschenmenge. Die Polizei informierte die Menschen per Megafon, dass es einen Terroranschlag gegeben habe. Mehrere Menschen wurden getötet.

London - Am 3. Juni fuhren drei Attentäter mit einem Lieferwagen auf der London Bridge in eine Menschenmenge. Anschließend stachen sie mit Messern auf Menschen im nahegelegenen Ausgehviertel rund um den Borough Market ein. Sie töteten sieben Menschen und verletzten dutzende weitere, bevor die Polizei die drei Männer erschoss.

Stockholm - Am 7. April raste der mutmaßliche Islamist Rachmat Akilow mit einem gestohlenen Lkw in der Innenstadt von Stockholm durch eine Einkaufsstraße. Fünf Menschen wurden getötet, der Usbeke wurde festgenommen. Akilow gilt als Anhänger der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

London - Am 22. März fuhr der mutmaßlich islamistische Attentäter Khalid Masood auf der Westminster-Brücke in London mit seinem Auto Fußgänger an, bevor er auf das Gelände des britischen Parlaments stürmte und einen Polizisten mit einem Messer erstach. Der 52-Jährige, der zum Islam konvertiert war, tötete dabei fünf Menschen und verletzte dutzende weitere. Er wurde von der Polizei erschossen. Die IS-Miliz reklamierte die Tat für sich.

Berlin - Am 19. Dezember 2016 verübte der Tunesier Anis Amri einen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche. Amri steuerte einen Lastwagen in die Besucher des Marktes. Bei dem Anschlag, zu dem sich der IS bekannte, wurden zwölf Menschen getötet und mehr als 40 weitere verletzt. Am 23. Dezember wurde Amri in Sesto San Giovanni im Großraum Mailand bei einer Polizeikontrolle erschossen.

Nizza - Am 14. Juli 2016 steuerte der Tunesier Mohamed Lahouaiej Bouhlel während der Feierlichkeiten zum französischen Nationalfeiertag einen Lastwagen in die Menschenmenge in Nizza. 86 Menschen wurden getötet, mehr als 400 verletzt. Der IS bekannte sich zu der Tat.

Montreal - Im Oktober 2014 raste ein 25-jähriger kanadischer Konvertit in einem Vorort von Montréal mit seinem Auto auf drei Soldaten. Er tötete einen der Männer und verletzte einen weiteren. Nach einer Verfolgungsjagd wurde er schließlich erschossen. Der Angreifer wollte zum Dschihad nach Syrien reisen.

London - Im Mai 2013 fuhren zwei Londoner nigerianischer Abstammung in der britischen Hauptstadt den Soldaten Lee Rigby mit einem Auto an, bevor sie ihn erstachen. Einer der Angreifer rief kurz danach, er wolle die "von britischen Soldaten getöteten Muslime" rächen.

IS-Propagandachef Abu Muhammad al-Adnani hatte im September 2014 dazu aufgerufen, "Ungläubige" in westlichen Staaten aus Rache für die Beteiligung ihrer Heimatländer am Kampf gegen den IS zu töten. Der IS-Sprecher listete verschiedene Möglichkeiten auf, Zivilisten und Soldaten ohne großen logistischen Aufwand zu töten, darunter den Einsatz von Stichwaffen und das Überfahren mit Fahrzeugen.