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Syrien
12/05/2012

Assad lotete offenbar Asyl-Möglichkeiten aus

Der stellvertretende Außenminister war laut Medienbericht in Venezuela, Ecuador, Nicaragua und Kuba. Das Regime dementiert.

von Walter Friedl

Für den syrischen Machthaber Bashar al-Assad wird es immer enger. Die Aufständischen erhalten über die Türkei bessere Waffen und setzen dem Regime hart zu. Dieses wankt immer bedrohlicher. Und zuletzt schickte der Diktator seinen Vize-Außenminister Faisal al-Miqdad nach Lateinamerika, um Möglichkeiten für ein etwaiges Asyl auszuloten, berichtet die israelische Tageszeitung Haaretz.

Der Diplomat bereiste in der Vorwoche Kuba, Nicaragua, Ecuador und natürlich Venezuela, wo Präsident Hugo Chavez seine Vorliebe für schräge Potentaten gleichsam zur Staatsdoktrin erhoben hat. Libyens Ex-Diktator Gaddafi hofierte er ebenso wie er das nach wie vor mit Irans Präsidenten Ahmadinejad tut. Auch Assad hält er treu die Stange und belieferte das Regime mit mindestens drei Schiffsladungen Öl.

„In Syrien sterben“

Offiziell dementieren die Verantwortlichen in Damaskus derartige Fluchtpläne. Der Machthaber selbst sagte in einem Interview mit dem TV-Sender Russia Today im Vormonat: „Ich werde in Syrien leben und sterben.“

Dennoch reißen die Asyl-Gerüchte um den Assad-Clan nicht ab. Zuletzt kursierten im vergangenen Sommer entsprechende Meldungen, nachdem die Arabische Liga der Herrscherfamilie Zuflucht angeboten hatte.

Wobei international die Meinungen zu einer derartigen Lösung geteilt sind. Während sich der britische Premier David Cameron so einen Schritt vorstellen kann, ist UN-Generalsekretär Ban Ki-moon dagegen: Menschenrechtsverletzungen müssten geahndet und vor Gericht bestraft werden. Auch Österreichs Außenminister Michael Spindelegger hat sich in der Causa Assad bereits mehrmals für die Einschaltung des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag ausgesprochen.

In Syrien selbst intensivieren sich die Kämpfe, wobei die Armee zunehmend in die Defensive gerät. Aus diesem Grund wurden Befürchtungen laut, das Regime könnte als letzte Mittel Giftgas einsetzen. Dies wurde am Mittwoch von Damaskus heftig zurückgewiesen. In der amtlichen Zeitung Al-Thawra hieß es, die „Bedrohung durch Chemiewaffen in Syrien ist absurd“. Die Anschuldigungen dienten bloß als Vorwand für eine etwaige Militärintervention.
 

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