Politik | Ausland
22.04.2017

Anschlag auf BVB-Bus: Polizei observierte Verdächtigen

Präsident des deutschen Bundeskriminalamts widerspricht Berichten über Geständnis.

Nach dem Sprengstoffanschlag auf den Teambus von Borussia Dortmund ist die Polizei dem mutmaßlichen Bombenleger schon sehr früh auf die Spur gekommen. Dies hat der Präsident des deutschen Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, am Freitagabend bestätigt.

Dennoch sei der Verdächtige vor seiner Festnahme noch einige Tage heimlich beobachtet worden, um ausreichend Beweise für einen Haftbefehl zu sammeln. Münch widersprach zugleich Berichten, der im Raum Tübingen gefasste 28-jährige Sergej W. habe unmittelbar nach seiner Festnahme die Tat gestanden. "Nein, er hat sich nicht eingelassen", sagte Münch im ZDF-"heute journal".

Auf Kursverluste der Aktie spekuliert

Der Verdächtige hat nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft aus Habgier gehandelt: Demnach hat er an der Börse auf massive Kursverluste der BVB-Aktie spekuliert. Anhaltspunkte für Helfer und Mittäter gebe es nicht, sagte Behördensprecherin Frauke Köhler. Dem Verdächtigen wird versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Drei Sprengsätze explodierten auf Fahrt zum Match

Am Dienstag vergangener Woche explodierten vor dem Champions-League-Spiel der Dortmunder gegen den AS Monaco drei Sprengsätze nahe dem Mannschaftsbus. Die BVB-Spieler waren kurz zuvor mit ihrem Bus vom Mannschaftshotel zum Stadion losgefahren. Bei der Explosion wurde der Abwehrspieler Marc Bartra schwer verletzt. Ein Motorradpolizist erlitt ein Knalltrauma. Das Spiel wurde wegen des Anschlags um einen Tag verschoben.
Die Ermittler versuchten zunächst, Schlüsse aus drei gleichlautenden Bekennerschreiben zu ziehen, in denen ein islamistisches Motiv für den Anschlag behauptet wird. Die Schreiben waren am Tatort gefunden worden.