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16.11.2018

AfD-Spitzenkandidat: Orban, Salvini und Strache "natürliche Verbündete"

Jörg Meuthen am Freitag zum Spitzenkandidaten der Rechtspopulisten für die Europawahl 2019 gewählt.

Der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen wird die Partei als Spitzenkandidat in die Europawahl 2019 führen. Beim Parteitag in Magdeburg wurde Meuthen am Freitagabend mit rund 90 Prozent auf Listenplatz eins gewählt. Er hatte keinen Gegenkandidaten. Der 57-Jährige sagte in seiner Bewerbungsrede, die AfD werde die Mehrheitsverhältnisse im Europaparlament "ganz entscheidend ändern".

Aktuell ist Meuthen der einzige AfD-Abgeordnete im Europaparlament, er übernahm das Mandat im Dezember 2017. Ursprünglich war die AfD 2014 mit sieben Abgeordneten in das Straßburger Parlament eingezogen. Sechs von ihnen gehören inzwischen nicht mehr der Partei an.

"Natürliche Verbündete"

Als "natürliche Verbündete" einer erstarkten AfD im EU-Parlament nannte Meuthen den italienischen Lega-Chef Matteo Salvini, den österreichischen FPÖ-Vizekanzler Heinz-Christian Strache und den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban. Ziel sei es, gemeinsam eine Fraktion zu bilden, die zweitstärkste Kraft im Parlament werden solle. Meuthen stellte klar, dass er nicht für einen EU-Austritt Deutschlands plädiere. "Wir treten nicht an, um die EU kaputt zu machen."

Die AfD-Delegierten wollen bis Montag 40 Kandidaten für die Europawahl im kommenden Mai bestimmen. Einige Dutzend AfD-Gegner trafen sich in Magdeburg zu einer Gegenveranstaltung. Dort sprach der Chef der SPD-Jugendorganisation Jusos, Kevin Kühnert.

Die Grünen seien "hochgefährlich"

In seiner kurzen Bewerbungsrede attackierte Meuthen vor allem die Grünen und insbesondere deren Vorsitzenden Robert Habeck. Die erstarkten Grünen seien "hochgefährlich", sie und alle anderen etablierten Parteien wollten Deutschland zugunsten eines "identitätslosen EU-Superstaates" abschaffen.

Den früheren Unionsfraktionschef Friedrich Merz, der CDU-Vorsitzender werden will, nannte Meuthen einen "pseudokonservativen Totalausfall". Merz sehe die Grünen als partnerfähig an, während er die AfD "in einer unfassbaren Diffamie als offen nationalsozialistisch" bezeichne, sagte er.