Politik | Ausland
29.11.2017

Sklavenhandel: Merkel sagt mehr Hilfe für Afrika zu

Bei dem zweitägigen EU-Afrika-Gipfel in Abidjan werden zahlreiche Staats- und Regierungschefs aus Europa und Afrika über eine verstärkte Zusammenarbeit beraten.

Mehr als 50 Staats- und Regierungschefs aus der EU und Afrika werden ab heute zum 5. EU-Afrika-Gipfel in Abidjan erwartet. Bei dem Spitzentreffen in der Wirtschaftsmetropole des westafrikanischen Landes Elfenbeinküste wollen die Politiker über eine verstärkte Zusammenarbeit der Kontinente beraten. Im Mittelpunkt des Gipfels steht diesmal das Thema "Investitionen in die Jugend".

60 Prozent der afrikanischen Bevölkerung sind jünger als 25 Jahre, Experten rechnen außerdem damit, dass sich die Gesamtbevölkerung des Kontinents bis 2050 verdoppeln wird. Daher wird auch das Treffen in Abidjan wieder vom Problem der illegalen Migration und ihrer Eindämmung geprägt sein. Die EU-Staaten erhoffen sich dadurch auch einen Rückgang der unerwünschten Migration über das Mittelmeer.

Merkel verspricht mehr Hilfe

Angesichts der jüngsten Berichte über Sklavenhandel in Lybien sprach die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel im Vorfeld des Gipfels davon, Afrika im Kampf gegen die illegale Migration verstärkt unterstützen zu wollen.

Mit den Meldungen, dass junge Männer in Libyen wie Sklaven verkauft würden, habe das Thema "eine hohe emotionale Bedeutung bekommen", sagte Merkel am Mittwoch in Abidjan vor Beginn des EU-Afrika-Gipfels. "Daraus ergibt sich auch ein gemeinsames Interesse daran, die illegale Migration zu beenden und dafür legale Möglichkeiten zu bekommen für Menschen aus Afrika, die Ausbildung bekommen, die bei uns studieren können", so Merkel.

Neuanfang zwischen Europa und Afrika

Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderte ein gemeinsames Vorgehen gegen Schleppernetzwerke und sprach angesichts der jüngsten Berichte von einem "Verbrechen gegen die Menschlichkeit". Frankreich hatte nach einem Bericht des TV-Senders CNN über den Menschenhandel in Libyen bereits auf ein Treffen des UN-Sicherheitsrats gedrungen. Macron befindet sich aktuell auf einer dreitägigen Afrikareise, im Zuge derer er zudem einen Neuanfang in den Beziehungen zwischen Europa und Afrika signalisierte.

Kritik von Hilfsorganisationen

Von Hilfsorganisationen kommt allerdings Kritik. Sie werfen der EU vor, auch mit Ländern zu kooperieren, die Menschen keinen Schutz vor Verfolgung und Gewalt bieten. Als Beispiel wird vor allem Libyen genannt. Aus dem Staat an der nordafrikanischen Mittelmeerküste gibt es immer wieder Berichte, dass Migranten dort in Lagern vergewaltigt, gefoltert oder sogar getötet werden. Offiziell endet der EU-Afrika-Gipfel am späten Donnerstagvormittag mit einer Pressekonferenz.