Starkregen, Unwetter, tiefe Lacken: Wie wasserdicht ist mein Auto?

Mit serienmäßigem Allradantrieb 4MATIC, erhöhter Bodenfreiheit durch die ebenfalls serienmäßige Luftfederung AIRMATIC und Offroad-Fahrprogramm nimmt das neue Mercedes Benz E-Klasse T-Modell All-Terrain leichtes Gelände wie beispielsweise Feldwege mühelos unter die größeren Räder.
Was man beachten sollte, wenn man mit dem PKW durch Wasser fahren muss und was für Stromer gilt.

Bald starten wir wieder in die Regensaison. Mit einem Offroader oder einem All-Terrain, da macht das durch tiefere Lacken fahren Spaß. Aber was ist mit den "normalen" PKW. Wie reagiert man, wenn auf der Straße das Wasser steht? Und bis zu welcher Tiefe darf man hindurchfahren?

„Wenn es zum Aufschwimmen der Reifen auf dem Wasserfilm auf der Fahrbahn kommt, verlieren die Reifen den Kontakt zur Straße – das beste Auto ist dann nicht mehr lenkbar. Das kann bereits bei Geschwindigkeiten ab 80 km/h passieren. Je schlechter das Profil, je breiter die Reifen, desto eher kann es zu Aquaplaning kommen", erklärt Roland Frisch, leitender Pkw-Instruktor der ÖAMTC Fahrtechnik.

"Bei starkem Regen sollte man die Fahrbahn und -spuren im Blick behalten, die Geschwindigkeit reduzieren sowie hastige Brems- oder Lenkmanöver unterlassen. Dank ABS ist eine Notbremsung in einer solchen Gefahrensituation zwar deutlich harmloser als noch mit älteren Autos. Dennoch steigt die Unfallgefahr", so Frisch. Automatik-Fahrer sollten sich zudem auf die Lenkung konzentrieren und nicht versuchen, die Fahrstufe herauszunehmen.

 

 

Landläufig gilt die Meinung, dass bis zu einer Wassertiefe von rund 15 Zentimeter Tiefe ein normaler Verbrenner keinen Schaden nimmt. Aber stimmt das?

"Steht das Wasser auf der Straße aufgrund einer Überschwemmung deutlich höher, sollte man vor einer Durchfahrt abklären, ob ein problemloses Durchfahren möglich ist. Dafür ist die sogenannte 'Wattiefe' eines Fahrzeugs ausschlaggebend. Bei Geländewagen findet man sie in der Betriebsanleitung, bei anderen Pkw eher selten. Generell kann man sagen: Liegt die Wasserlinie unterhalb der Felgenmitte, sind bei kurzen Wasserdurchfahrten in der Regel keine Funktionsprobleme zu erwarten. Alle beweglichen Teile und auch die elektrischen Installationen liegen nämlich noch über der Wasserlinie. Das gilt auch für E-Fahrzeuge", erklärt Kerbl.

Dennoch ist Vorsicht geboten: "Beim Fahren kann sich rasch eine Bugwelle bilden, die deutlich höher wird und dann kann Wasser in den Motorraum eindringen. Sobald Wasser vom Motor angesaugt wird, tritt der sogenannte 'Wasserschlag' auf und damit hat man einen kapitalen Motorschaden", warnt Kerbl. Sand und Wasser können außerdem Schäden an Fahrwerk und Bremsen auslösen, die sich eventuell erst Monate später zeigen. Eine Überprüfung durch Fachpersonal ist daher dringend zu empfehlen.

Mit E-Autos sollte man ebenso vorsichtig sein. Wenn eine Wasserdurchfahrt nicht vermeidbar sei, sollte die Wasserhöhe bei ruhigem Wasser maximal der Unterkante der Karosserie entsprechen, empfielt etwa Mercedes. 

Wichtig ist auch die Geschwindigkeit: Es gilt, nicht schneller als Schrittgeschwindigkeit zu fahren. Wer im E-Auto Angst vor Stromschlägen bei Wasserdurchfahrten hat: Von einer Gefahr für die Insassen durch eine gewasserte Hochvolt-Batterie gehen die Hersteller dank eingebauter Sicherungen nicht aus.

Aber selbst Tesla-Chef Musk rät davon ab, absichtlich durch tiefes Wasser zu fahren.

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