Erste Probefahrt im Omoda 5: Stylischer Hybrid-SUV aus China
Der Hybrid-SUV Omoda 5 soll durch sein Aussehen auffallen.
Zusammenfassung
- Der Omoda 5 ist ein stylischer Hybrid-SUV aus China mit auffälligem Design und starkem Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Das Fahrzeug überzeugt durch solide Verarbeitung, umfangreiche Serienausstattung und angenehmes Fahrgefühl mit 224 PS.
- Mit 5 Sternen im Euro-NCAP-Crashtest und Preisen ab 26.490 Euro positioniert sich der Omoda 5 als ernstzunehmender Konkurrent im C-SUV-Segment.
"Kunst in Bewegung" ist das Motto von Omoda, einer der beiden internationalen Marken, mit denen Chinas viertgrößter Autohersteller Chery international reüssieren will. Die andere heißt Jaecoo. Beide werden seit November durch den israelischen Generalimporteur Colmobil auch in Österreich angeboten. Den Jaecoo 7 sieht man bereits vereinzelt auf heimischen Straßen, der Omoda 5 soll bald dazukommen. Der KURIER hat eine erste Probefahrt mit dem Kompakt-SUV gemacht.
Die Linienführung des Omoda 5 sieht beinahe coupéartig aus.
Kühlergrill aus Karos will auffallen
Wie das Firmenmotto andeutet, soll Omoda "eine junge, designaffine Kundschaft ansprechen, die auffallen möchte", wie Chery Automotive Europa Chef David Shen dem KURIER verraten hat. Der Omoda 5 in der nun gefahrenen Premium-Ausstattung macht auf den ersten Blick auch tatsächlich einen schicken Eindruck: Ein facettenreicher Kühlergrill in Karomuster, schmale Scheinwerfer-Schlitze und eine fast coupéartige, dunkle Dachlinie sollen das Modell aus der Masse aktueller Kompakt-SUVs herausstechen lassen.
Beim Design nimmt Hersteller Chery offenbar länderspezifische Anpassungen vor. Hier gibt es etwa einen Automatik-Wählhebel hinter dem Lenkrad, dort einen in der Mittelkonsole. Auch bei der Motorisierung gibt es Unterschiede. In Österreich wird der Omoda 5 derzeit noch ausschließlich als Benzin-Vollhybrid mit 165 kW Systemleistung (224 PS) angeboten. Mit 295 Newtonmeter Drehmoment beschleunigt der Omoda 5 in 7,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der Verbrauch soll bei 5,3 Liter auf 100 Kilometer liegen. Mit 51 Liter im Tank werden über 800 Kilometer Reichweite prognostiziert.
Bei der Bedienung des Omoda 5 wurde großteils auf Knöpfe verzichtet.
Ruhig fahren, bei Bedarf auch ruppig
Beim Fahren in der Stadt erweist sich der Omoda 5 als kraftvoller Gleiter, dessen 1,5 Liter Benzinmotor nur selten zu hören ist. Das Fahrwerk ist straff, aber nicht unangenehm, die Lenkung nicht superdirekt, aber auch nicht schwammig. Schaltet man von Eco- in den Sportmodus um, ist das Gaspedal deutlich reaktionsfreudiger. Beim Blinken bei niedriger Geschwindigkeit wird auf dem 12,8 Zoll großen Touchdisplay am Armaturenbrett stets eine 3D-Außenansicht des Autos gezeigt, die wohl auf Gefahren im toten Winkel hinweisen soll. Allerdings wird die Navi-Kartenansicht dadurch kurzfristig überlagert.
Ein eigenes Navigationssystem erspart sich der Omoda 5 übrigens und bedient sich dabei lieber bei Android Auto bzw. Apple Carplay. Das Menü des Infotainment-Systems ist dadurch auch sehr aufgeräumt. Beeindruckend ist die Menge der personalisierbaren Assistenzsysteme. Die hohe Mittelkonsole bietet ein paar physische Tasten, u.a. für die Kontrolle der Klimaanlage, ansonsten werden die Fahrzeugoptionen per Touchscreen bedient, etwa die mehrfarbige Ambientebeleuchtung in der Premium-Ausstattung.
In der Premium-Ausstattung hat der Omoda 5 neben Sitz- und Lenkradheizung auch ein Schiebedach.
Passagiere mitnehmen, aber nicht zu viel Gepäck
Am beheizbaren Lenkrad gibt es weitere Knöpfe, gezeichnet auf einer konturarmen Oberfläche, aber individuell klickbar. Hier aktiviert man u. a. den adaptiven Tempomat oder die Spracheingabe. Man kann auch einfach "Hallo Omoda" sagen, woraufhin sich das Auto nach seinen Wünschen erkundigt, etwa mit "Bitte fahren Sie fort", aber auch - um es mit den Worten der finnischen Song-Contest-Sängerin Erika Vikman zu sagen - mit "Ich komme".
Hier blitzt etwas chinesischer Übersetzungs-Charme durch. Insgesamt fühlt sich das Innenleben des Omoda 5 qualitativ sehr solide an. Das Soundsystem stammt von Sony und klingt basslastig, aber gut. Die Kunstledersitze sind gemütlich, die Sitzhöhe hinten ist auch für 1,90 Meter Große akzeptabel. Der Kofferraum mit 300 Liter Volumen erscheint für Reisegepäck nicht besonders geräumig. Hinter der elektrisch schließbaren Heckklappe fehlen auch Seitenfächer, dafür gibt es einen 12-Volt-Stromanschluss.
Der Kofferraum des Omoda 5 hat einen doppelten Boden, aber keine Seitenfächer.
Fazit: Konkurrenten können sich warm anziehen
Der Omoda 5 kann mit Aussehen, Leistung und einer sehr umfangreichen Serienausstattung punkten. Der Hybrid vermittelt ein angenehmes Fahrgefühl, gibt beim Überholen ordentlich Stoff und wirkt gut verarbeitet. Im Euro-NCAP Crashtest hat das Modell die volle 5-Sterne-Anzahl erhalten. Mit einem Preis ab 26.490 Euro (Premium-Line ab 29.990) kann sich die Konkurrenz warm anziehen.
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