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Die beliebtesten Neuwagenmodelle Europas im großen Umweltcheck

Wie klimafreundlich sind Bestseller wie VW Passat, MINI Cooper oder Renault 5 wirklich? Eine neue Analyse von Green NCAP zeigt überraschende Unterschiede.
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Zusammenfassung

  • Green NCAP analysiert die Umweltbilanz von Europas meistverkauften Autos und zeigt große Unterschiede zwischen konventionellen, Hybrid- und Elektrofahrzeugen auf.
  • Elektroautos wie Renault 5 E-Tech, MINI Cooper E und Jeep Avenger Electric erzielen Bestwerte bei Nachhaltigkeit, während konventionelle Modelle wie BMW 5er und VW Passat deutlich schlechter abschneiden.
  • Die Lebenszyklusanalyse bezieht Produktion, Energieverbrauch und Emissionen ein und zeigt, dass kleinere, effiziente Fahrzeuge unabhängig vom Antrieb oft die beste Umweltbilanz bieten.

Immer mehr Autofahrerinnen und Autofahrer in Europa steigen auf die neueste Generation von Elektroautos um – in dem Glauben, damit das Richtige für die Umwelt zu tun. Doch stimmt das wirklich? 

Hersteller veröffentlichen zwar in der Regel Daten zu Energieverbrauch, Reichweite und Ladezeiten – und bezeichnen Elektrofahrzeuge häufig als „emissionsfrei“ – doch Elektroautos pauschal als „emissionsfrei“ zu bewerben, kann ohne zusätzlichen Kontext irreführend sein. Denn: Allein der Einsatz einer Batterie zum Antrieb eines Motors macht ein Fahrzeug noch nicht automatisch nachhaltig, meint dazu Green NCAP. Um Verbraucherinnen und Verbrauchern nun einen Überblick über die Umweltbilanz und die reale Fahrleistung neuer Autos zu bieten, rückt die Prüforganisation nun die Nachhaltigkeit einiger der beliebtesten Neuwagenmodelle Europas in den Fokus.

Denn: Herstellung, Batterieproduktion, Vertrieb und Energieversorgung können erhebliche CO₂-Emissionen verursachen, die in herkömmlichen Bewertungen oft unberücksichtigt bleiben. Mithilfe der Lebenszyklusanalyse zeigt Green NCAP die Umweltbelastung eines Fahrzeugs von der Produktion bis zur Entsorgung auf. Dabei werden Rohstoffe, Herstellung, Vertrieb und Energieversorgung ebenso bewertet wie die direkten Treibhausgasemissionen – und damit die einzige wirklich verlässliche Messgröße für die Umweltleistung von Fahrzeugen, die europäischen Autofahrerinnen und Autofahrern derzeit zur Verfügung steht.

Fast 200 Modellen getestet

Die Unterschiede zwischen einzelnen Fahrzeugen können erheblich sein – sowohl für die Umwelt als auch für den Geldbeutel der Fahrerinnen und Fahrer. Grundsätzlich gilt: Je effizienter ein Fahrzeug ist, desto weniger Energie verbraucht es im Laufe der Zeit. Darüber hinaus beeinflussen der Energie- und Ressourcenaufwand während der Produktion die Umweltbilanz eines Autos maßgeblich.

Green NCAP bewertet hier einige der meistverkauften Modelle in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien sowie im Vereinigten Königreich. Da diese Fahrzeuge in sehr hohen Stückzahlen verkauft werden, ist ihr gemeinsamer ökologischer Fußabdruck beträchtlich. Die Beispiele stellen lediglich eine kleine Auswahl von fast 200 Modellen dar, die getestet und mit einem Nachhaltigkeitsrating bewertet werden. Verbraucherinnen und Verbraucher können diese Bewertungen auf greenncap.com einsehen. 

Und hier die Analyse der beliebtesten Autos Europas:

1. Dacia Sandero – Nachhaltigkeitsbewertung: 3 Sterne (59 Prozent)

Der Dacia Sandero zählt zu den beliebtesten Neuwagen Europas. Im ersten Quartal des Jahres belegte das Modell Platz sieben der Verkaufscharts, 2025 war es das meistverkaufte Auto Spaniens und in Italien die Nummer zwei. Käufer schätzen den kompakten Hatchback vor allem wegen seines attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnisses – doch wie umweltfreundlich ist das Modell?

Green NCAP testete die benzinbetriebene Version TCe 100 und bescheinigte dem Fahrzeug eine respektable Effizienz im realen Fahrbetrieb. Der Sandero schnitt bei Emissionen aus dem Auspuff sowie beim Abrieb von Reifen und Bremsen ordentlich ab, auch seine Energieeffizienz lag über dem Durchschnitt. Bei der Treibhausgasbilanz blieb das Modell allerdings hinter Hybrid- und Elektrofahrzeugen zurück. Positiv hervorgehoben wurden das vergleichsweise geringe Fahrzeuggewicht und die einfache technische Konstruktion. Der Sandero zeige damit, dass auch günstige Fahrzeuge mit konventionellem Antrieb eine respektable Umweltleistung erreichen können.

 

2. Citroën C3 Hybrid – Nachhaltigkeitsbewertung: 3½ Sterne (62 Prozent)

Der Citroën C3 konkurriert direkt mit dem Dacia Sandero und erfreut sich nahezu ebenso großer Beliebtheit. Im ersten Quartal 2026 war er das neuntmeistverkaufte Auto Europas. Green NCAP testete die Version 110 Hybrid und stellte fest, dass das Mildhybrid-System vor allem im Stadtverkehr Effizienzgewinne und einen geringeren Kraftstoffverbrauch ermöglicht. Insgesamt wies der C3 im Rahmen der Lebenszyklusanalyse einen niedrigen Energieverbrauch auf. Trotz seiner alltagstauglichen und erschwinglichen Ausrichtung bietet der Hybrid-C3 laut Green NCAP jedoch nur einen begrenzten Umweltvorteil gegenüber konventionell angetriebenen Kleinwagen mit Benzinmotor

3. Volkswagen Passat – Nachhaltigkeitsbewertung: 3 Sterne (52 Prozent)

Deutschland ist mit rund 2,8 Millionen Neuwagenverkäufen pro Jahr Europas größter Automarkt. Zu den langjährigen Favoriten zählt der Volkswagen Passat, der im vergangenen Jahr das siebtmeistverkaufte Modell war. Die Geschichte der großen Familienlimousine reicht bis ins Jahr 1973 zurück, wobei sich die aktuelle Generation technisch deutlich weiterentwickelt hat. Green NCAP testete die Version 1.5 eTSI, die einen Benzinmotor mit Mildhybrid-Unterstützung kombiniert.

Der Passat erreichte insgesamt eine respektable Drei-Sterne-Bewertung, zeigte jedoch Unterschiede in den einzelnen Bewertungskategorien. Im Bereich Luftqualität erzielte das Modell dank einer wirksamen Abgasnachbehandlung solide 6,8 von 10 Punkten. Beim Treibhausgas-Index blieb der Passat mit 3,4 von 10 Punkten dagegen aufgrund der CO₂-Emissionen des Benzinmotors deutlich zurück. Besonders effizient erwies sich das Fahrzeug auf Langstrecken und Autobahnen. Insgesamt bleibt der Passat damit eine überzeugende Wahl für Familien und Vielfahrer – insbesondere angesichts seiner Größe und seines Gewichts.

 

4. Renault 5 E-Tech – Nachhaltigkeitsbewertung: 5 Sterne (94 Prozent)

Der Renault 5 war im April das meistverkaufte Elektroauto Frankreichs. Nach Einschätzung von Green NCAP beruht dieser Erfolg nicht nur auf der Rückkehr eines traditionsreichen Modellnamens. Die Tester lobten den elektrischen Kleinwagen insbesondere für seine sehr niedrigen Betriebsemissionen und den effizienten Energieverbrauch. In den Kategorien Luftqualität (9,1 von 10 Punkten) und Energieeffizienz (9,3 von 10 Punkten) erzielte das Modell Spitzenwerte, beim Treibhausgas-Index sogar die Höchstwertung von 10 Punkten. Laut Green NCAP tragen vor allem die kompakte Fahrzeugplattform und das vergleichsweise geringe Gewicht von 1.453 Kilogramm zu der hohen Effizienz bei – auch während der Produktion. Der Renault 5 E-Tech zeige damit, wie kleinere Elektroautos eine besonders gute Umweltbilanz erreichen können, ohne auf Alltagstauglichkeit und Erschwinglichkeit zu verzichten.

5. MINI Cooper E – Nachhaltigkeitsbewertung: 5 Sterne (95 Prozent)

Der MINI zählt insbesondere im Vereinigten Königreich seit Jahren zu den beliebtesten Fahrzeugen. Die aktuelle vollelektrische Version des MINI Cooper gehört laut Green NCAP zu den umweltfreundlichsten Autos im Testfeld. Das Modell erzielte eine außergewöhnlich hohe Gesamtwertung und setzte sich dank seines effizienten Antriebs sowie der kompakten Bauweise als Maßstab in Sachen Nachhaltigkeit an die Spitze.

Durch die Kombination aus vergleichsweise geringem Fahrzeuggewicht von 1.561 Kilogramm und einer moderaten nutzbaren Batteriekapazität von 36,6 kWh hält der Cooper E den Energiebedarf sowohl im Fahrbetrieb als auch in der Produktion niedrig. Das Fahrzeug erreichte einen Energieeffizienz-Index von 9,7 von 10 Punkten, dazu 9,4 Punkte im Bereich Luftqualität sowie 9,6 Punkte beim Treibhausgas-Index. Die Lebenszyklus-Emissionen wurden mit lediglich 117 Gramm CO₂-Äquivalent pro Kilometer berechnet.

Besonders positiv hob Green NCAP zudem das effektive Rekuperationsbremssystem hervor, das den Verschleiß der Bremsen und damit nicht-abgasbedingte Emissionen deutlich reduziert. Insgesamt gilt der MINI Cooper E damit als Referenz für nachhaltige urbane Mobilität und unterstreicht die Erkenntnis, dass kleinere Fahrzeuge häufig die bessere Umweltbilanz aufweisen.

6. Jeep Avenger Electric – Nachhaltigkeitsbewertung: 5 Sterne (96 Prozent)

Der Jeep Avenger Electric verbindet die robuste SUV-Optik, die bei vielen Käuferinnen und Käufern beliebt ist, mit einer vergleichsweise guten Umweltbilanz – ein möglicher Grund für seinen Erfolg insbesondere in Italien und Spanien. Das Elektro-Crossover-Modell basiert auf der Stellantis-Plattform eCMP2 und teilt sich seine technische Grundlage mit dem FIAT 600e. Green NCAP bewertet solche Fahrzeuge nach einer Methode, bei der Testergebnisse auf Modelle mit identischen technischen Kerndaten übertragen werden können.

Wie sein Schwestermodell erreicht auch der Jeep Avenger Electric die Höchstwertung von fünf Sternen sowie eine Gesamtbewertung von 96 Prozent und die maximale Punktzahl von 10 von 10 Punkten im Treibhausgas-Index. Unter realistischen Bedingungen bei milden Temperaturen lag der geschätzte Verbrauch bei 16,4 kWh pro 100 Kilometer. Bei winterlichen Testbedingungen von minus 7 Grad Celsius stieg der Verbrauch jedoch auf 24,8 kWh pro 100 Kilometer an, was die Reichweite im gemischten Fahrbetrieb im Winter deutlich reduzieren könnte.

7. BMW 5er-Reihe – Nachhaltigkeitsbewertung: 2½ Sterne (46 Prozent)

Die BMW 5er-Reihe gehörte im vergangenen Jahr zu den zehn meistverkauften Fahrzeugen in Deutschland und gilt für viele Käuferinnen und Käufer als Referenz im Segment der oberen Mittelklasse-Limousinen und Kombis. Ihre Umweltbilanz verdeutlicht jedoch zugleich die Herausforderungen schwerer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

Green NCAP testete die Version 520i mit Mildhybrid-Benzinantrieb. Die 1.805 Kilogramm schwere Limousine erreichte dabei eine Bewertung von 2½ Sternen. Dank einer sehr wirksamen Abgasnachbehandlung erzielte das Modell im Bereich Luftqualität solide 6,5 von 10 Punkten. Die Bewertung beim Treibhausgas-Index fiel mit 2,7 von 10 Punkten jedoch deutlich schwächer aus, was vor allem auf den hohen Verbrauch fossiler Kraftstoffe zurückzuführen ist. In Praxistests zeigte die 5er-Reihe zwar eine für ihre Klasse angemessene Effizienz, ihr fehlt jedoch die Energierückgewinnung stärker elektrifizierter Wettbewerber, um bei der Nachhaltigkeit mithalten zu können.

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