Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Österreich bei Ladeinfrastruktur im vorderen Drittel Europas

Österreich zählt 37.000 öffentliche Ladestellen. Alle 40 Kilometer gibt es einen Schnelllader. Wie zufrieden Nutzer sind und wo es noch hakt.
Zwei Elektroautos an einer Wien Energie Ladestation.

Zusammenfassung

  • Österreich verfügt über rund 37.000 öffentliche Ladestellen und liegt damit im europäischen Vergleich im vorderen Drittel.
  • Die Anzahl der Schnellladepunkte wächst rasch, alle 40 Kilometer gibt es einen Schnelllader, und die Nutzerzufriedenheit ist hoch.
  • Verbesserungen gibt es bei der Benutzerfreundlichkeit und Preisstabilität, während die Standortsuche für neue Ladepunkte schwieriger wird.

Die Elektrifizierung des Verkehrs geht in Österreich zügig voran. Im März machten E-Autos erstmals ein Viertel aller Neuzulassungen aus. Die Ladeinfrastruktur kann man diesem Wachstum gut mithalten. „Laut Untersuchungen wären zehn E-Autos pro Ladestelle ein guter Wert. In Österreich sind es sieben Autos pro Ladestelle“, sagt Andreas Reinhardt, Vorsitzender des Bundesverbands Elektromobilität Österreich (BEÖ).

Laden wird schneller

In absoluten Zahlen bedeutet das rund 37.000 öffentliche Ladestationen für aktuell rund 280.000 Elektroautos. Mit dieser Dichte liegt das Land im europäischen Vergleich im vorderen Drittel. Vorreiter sind die Niederlande, aber auch Belgien und die skandinavischen Länder bieten eine sehr hohe Abdeckung. Die Ausbaugeschwindigkeit in Österreich ist aber hoch. „Die Anzahl der Ladestellen wächst mit der Anzahl der E-Autos mit“, so Reinhardt. „Und der Schwerpunkt dabei verlagert sich immer mehr hin zu Schnellladepunkten.“

Beim Schnellladen liege Österreich europaweit auf Rang drei, hinter Norwegen und den Niederlanden, sagt Smatrics-CEO Hauke Hinrichs: „Wir sind top unterwegs. Wir haben alle 40 Kilometer einen Schnellladepunkt.“ 

Die Zufriedenheit mit dem aktuellen Angebot sei hoch, meint Reinhardt: „Wenn jemand einmal elektrisch fährt, gibt es nur ganz wenige, die wieder umsteigen. Unzufriedenheit hört man ganz selten.“ Verbesserungspotenzial gebe es aber immer, etwa bei der Verfügbarkeit von Ladestellen. „Man muss sich darauf verlassen können, dass man an einer Ladestation laden kann.“

Benutzerfreundlichkeit steigt

Bei der Benutzerfreundlichkeit habe es in den vergangenen Jahren aber deutliche Fortschritte gegeben. „Heute kann man relativ flächendeckend mit Bankomat- oder Kreditkarte zahlen. Man braucht nicht mehr unbedingt eine Ladekarte. Vor zwei Jahren war das noch überwiegend erforderlich“, so Reinhardt. Wie viel genau man an der jeweiligen Station zahlt, werde am Display genau angezeigt.

Während Treibstoffpreise durch den Iran-Krieg deutlich angestiegen sind, erfreuen sich Elektromobilisten stabiler Preise. Der KURIER hat eine Reihe von großen heimischen Ladenetzbetreibern zu dem Thema befragt. Durch langfristige Beschaffungsstrategien ist es allen möglich, ihre Tarife beizubehalten oder sogar zu senken. Hinrichs glaubt, dass dieser Vorteil nun mehr Menschen bewusst wird und sie zum Umstieg auf Elektromobilität bewegen kann.

Standortsuche wird schwieriger

Da die Infrastruktur mit der E-Auto-Menge mitwächst, wird es für Betreiber in Zukunft auch schwieriger werden, Standorte für neue Stationen zu finden. Hie und da gibt es aber auch hier noch Ausbaupotenzial, etwa an Tankstellen. Von den 2.694 öffentlich zugänglichen Tankstellen in Österreich bieten 334 Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge an. Alleine im vergangenen Jahr gab es dabei eine Verdoppelung. „Mineralölunternehmen sind mittlerweile sehr aktiv und verwenden erhebliche Finanzmittel, um Ladepunkte zu errichten“, so Reinhardt. Nicht alle ihrer Standorte seien dafür geeignet, aber gerade jene, die Restaurants oder Shops bieten, seien auch für E-Auto-Fahrer sehr attraktiv.

Kommentare