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Rauchende Stoffpuppen sollen Angst vor E-Autos nehmen

Mit einer neuen Werbekampagne will das Verkehrsministerium den aktuellen E-Auto-Aufschwung verstärken.
Szene aus dem "Keine E-ngste mehr"-Spot.

Zusammenfassung

  • Neue Werbekampagne "Keine E-ngste mehr" soll Vorurteile gegenüber E-Autos abbauen und den aktuellen Aufschwung verstärken.
  • Kampagne betont ausreichende Ladeinfrastruktur und räumt mit Fehleinschätzungen zu Kosten und Alltagstauglichkeit von E-Autos auf.
  • Trotz neuer Zusatzbelastungen bleibt das Momentum für Elektromobilität hoch, mit positiven Effekten für die heimische Zulieferindustrie.

"Keine E-ngste mehr", lautet der Slogan einer neuen Werbekampagne, die mit Vorurteilen gegenüber Elektroautos aufräumen will. Sie wurde am Dienstag von Verkehrsminister Peter Hanke präsentiert. Die Kampagne soll den Schwung nutzen, den die hohen Treibstoffpreise der Elektromobilität verliehen haben. "Im April 2026 stehen wir bei über 280.000 E-Pkw, Tendenz stark steigend. Das zeigt, dass Menschen durch die geopolitische Anspannung der letzten Monate beim Autokauf eine andere Wahl treffen", so Hanke.

Von zweifelnden Stimmen gehäkelt

Zentraler Teil der Kampagne ist ein Werbespot, in dem kleine Stoffpuppen im Häkel-Look - eine davon raucht Zigarette - eine Elektroautofahrerin nerven. Sie äußern Ängste vor mangelnder Reichweite, langen Ladezeiten, schnellem Kapazitätsverlust der Batterie. Ihre nörgelnden Stimmen werden mit einem beherzten Tritt aufs Gaspedal ruhig gestellt. Man solle keine Ängste vor der Elektromobilität haben, lautet die Botschaft.

Fehleinschätzungen sind weit verbreitet

Gerade unter Fahrern von Verbrenner-Autos gebe es immer noch einige Fehleinschätzungen über E-Autos, sagt Martin Russ, Geschäftsführer von AustriaTech. Die Organisation betreibt Österreichs Leitstelle Elektromobilität (OLÉ) und hat gemeinsam mit dem Verkehrsministerium die Plattform "eMove Austria" ins Leben gerufen, auf die in der neuen Kampagne für weitere Informationen verwiesen wird. Befragungen zeigen, dass es "nicht der Realität entsprechende Einschätzungen" gebe, "wie es um das Nutzen von Elektrofahrzeugen im Alltag bestellt ist."

Infrastruktur ist ausreichend vorhanden

Österreich nehme bei der Infrastruktur für E-Fahrzeuge eine europaweit führende Position ein, meint Hanke. Das Land besitzt momentan über 38.000 öffentliche Ladepunkte, davon seien über 4.000 Ultraschnellladepunkte. Die Anzahl letzterer habe sich 2025 verdoppelt. Menschen, die selber nicht Elektroauto fahren, überschätzen etwa die laufenden Kosten eines E-Autos signifikant. Die Kampagne solle aber kein erhobener Zeigefinger sein, sagt Hanke, sondern auf spielerische Art "Appetit auf Elektromobilität" zu machen. Russ: "Es braucht ein leichtes Anschubsen."

Martin Russ und Peter Hanke präsentieren die neue E-Auto-Kampagne.

Martin Russ und Peter Hanke präsentieren die neue E-Auto-Kampagne.

Zusatzbelastungen helfen natürlich nicht

Zuletzt sind auf Elektroautofahrer neue Belastungen zugekommen, etwa die motorbezogene Versicherungssteuer, von der es bislang eine Ausnahme gegeben hat. Dass diese Schritte einer Forcierung der Elektromobilität eigentlich im Weg stehen, ist Hanke bewusst: "Das ist nicht förderlich, aber Sparmaßnahmen sind notwendig und jedes Ministerium muss seinen Beitrag leisten. Mit einer Träne im Auge akzeptiere ich, dass wir nicht alles zu 100 Prozent so ausrollen können, wie es mir ein Anliegen wäre."

Bei E-Mobilität Kipppunkte überschreiten

Das Momentum für Elektroautos sei momentan jedenfalls hoch, sagt Russ, und das sei gut so, auch für die heimische Automobilzulieferindustrie. Der AustriaTech-Chef ist überzeugt, dass es bei dem Thema bestimmte Kipppunkte gebe. Wenn man die überschreite, laufe vieles einfacher. "Ab dem Zeitpunkt, wenn meine Nachbarn elektrisch unterwegs sind, wird das auch für mich relevanter. Es braucht Menschen, denen man vertraut. Wir versuchen, das zu stärken."

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