© Screenshot: APA/AFP/SPIEGEL and Sueddeutsche Zeitung/

Kolumne
12/05/2019

B’soffene G’schichten in Ibiza, aber Zack, zack, zack!

Wort und Unwort des Jahres sind gewählt. Spruch des Jahres ist "Nur Mut und etwas Zuversicht, wir kriegen das schon hin" von Bundespräsident Van der Bellen.

von Guido Tartarotti

Wer jetzt verblüfft ist, macht sich der Heuchelei schuldig – bzw. verdächtig, die vergangenen Monate durchgeschlafen zu haben: Zum österreichischen Wort des Jahres wurde der Name einer Insel gewählt. Und überraschenderweise war es nicht Grönland, nicht die Donauinsel und auch nicht Mallorca, sondern Ibiza.

Diese Wahl erscheint durchaus logisch, denn nie zuvor hat ein Ort, der nicht in Österreich liegt, Österreich so verändert. Vielleicht wäre das Ganze ein schöner Anlass. Ibiza abzumontieren, nach Österreich zu verschiffen und in verkleinerter Form im Neusiedler See zu platzieren. Vielleicht ließen sich so auch die gefürchteten Touristenströme umlenken.

 

Unwort des Jahres ist „b’soffene G’schicht“, also die Behauptung des ehemaligen Vizekanzlers und Ministers für Zehennagelangelegenheiten, jeder, dem man böswillig Alkohol in den Wodka mischt, würde Staatsaufträge im Gegenzug zum Kauf der Kronenzeitung anbieten.

Auf Platz zwei beim Wort des Jahres wurde „Teigtascherlrazzia“ gewählt, was nicht ohne Logik ist, schließlich war die explodierende Teigtascherlkriminalität heuer das größte Problem der heimischen Exekutive. Angeblich wurden bereits gefälschte Louis-Vuitton-Teigtaschen aus Krokodilleder beschlagnahmt. Zweitplatziertes Unwort ist übrigens „Einzelfälle“, also jenes Wort, nach dem die EfPeÖ benannt ist – Einzelfallpartei Österreichs.

Der Unspruch des Jahres geht ebenfalls auf HC Strache und Ibizia zurück und lautet „Zack, zack, zack“ – und beschreibt in Wahrheit jene Geräusche, die entstehen, wenn eine politische Karriere in wenigen Tagen implodiert, weil man sich selber ins Knie schießt.

Jugendwort des Jahres ist „brexiten“, eine sehr schöne Umschreibung für die Eigenart mancher Menschen, sich zu verabschieden, aber nie zu gehen. Jeder der schon einmal eine entfernte Tante zu Weihnachten eingeladen hat, weiß, was gemeint ist.

Zum Abschluss wollen wir aber den Spruch des Jahres würdigen, er stammt von Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Der hat heuer viele sehr schöne Dinge gesagt, etwa, als er die „Eleganz der Verfassung“ lobte. Am besten gefiel der Jury aber folgender Satz von ihm: „Nur Mut und etwas Zuversicht, wir kriegen das schon hin.“

Und damit er, zackzackzack, das österreichische Wesen sehr gut beschrieben.

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