Wann es Zeit ist, zu gehen

Staatsanwaltschaft und WKStA ermittelten in der Causa
Statt einer reifen Rücktrittskultur herrscht in Österreich ein fieses parteipolitisches Klima gegenseitiger Herabwürdigung.
Daniela Kittner

Daniela Kittner

Ein Minister, ein Landeshauptmann, ein Verfassungsrichter, Spitzenpersonal im Justizapparat, der Chef der Staatsholding – sie alle stehen derzeit im Verdacht des Gesetzesbruchs. Bei den meisten der genannten Personen konzentrieren sich die Ermittler auf den Verdacht, ob sie ihr Amt missbraucht oder andere zum Missbrauch angestiftet haben. Zusätzlich geht es oft darum, ob Amtsträger die Volksvertreter belogen haben.

In Demokratien mit mustergültiger politischer Kultur hätten die betroffenen Personen wohl schon den Hut genommen – nicht als persönliches Schuldeingeständnis, sondern um die Institutionen, die sie repräsentieren, vor Ansehensverlust zu schützen. Im Kern bedeutet Rücktrittskultur, den Dienst an der Res publica vor die eigenen Interessen zu stellen.

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