© Peter M. Mayr/Vinzenz Gruppe/Peter M. Mayr

Gastkommentar
04/30/2020

Vor einem neuen Paradigma im Gesundheitswesen

Wir haben unsere eigenen Fähigkeiten zur Selbstdisziplin unterschätzt. Wenn die Menschen Bescheid wissen, handeln sie vernünftig

Alle wissen es in unserem Land – Österreich ist im absoluten europäischen Spitzenfeld beim Konsum von Alkohol und Tabak. Und auch sonst haben unsere Public-Health-Experten immer wieder darauf hingewiesen, wie sorg- und verantwortungslos wir mit unserer Gesundheit umgehen. Laut war daher der Ruf nach Präventionsprogrammen für die Bevölkerung.

Zweifel

Gleichzeitig haben wir immer wieder daran gezweifelt, ob dies angesichts unserer Einstellung zu Themen wie Alkoholkonsum und Tabak auch funktioniert. Die diesbezüglichen Erfolge schienen ja auch bescheiden. Und dann kam das Virus – Covid-19.

Und alles ist anders. Plötzlich liegt Österreich wieder im absoluten europäischen Spitzenfeld. Aber dieses Mal wegen unserer erfolgreichen Maßnahmen, um gesundheitlichen Schaden von uns abzuwenden. Menschen achten fast flächendeckend in einer noch nie da gewesenen Disziplin auf Ihre Gesundheit.

Auf Abstand

Und sie achten auch auf das Wohl der Mitbürgerinnen und Mitbürger. Wir halten Abstand und wir tragen Masken, und dies auch an Orten, an denen wir dies gar nicht müssten. Natürlich kann diese neue und funktionierende Prävention ihre Ursache in der Vielzahl von Vorschriften und Gesetzen haben – und auch in deren konsequenter Sanktionierung. Aber vielleicht haben wir uns auch in unserer grundlegenden Gabe zur Selbstverantwortung unterschätzt. Und vielleicht hatten wir bislang schlichtweg nicht die richtigen Voraussetzungen für diese Selbstverantwortung.

Breit informiert

Geholfen hat jedenfalls eine noch nie da gewesene Transparenz. Seitdem ich mich erinnern kann, fordern wir mehr Transparenz im Gesundheitswesen. Wir fordern seit langem, dass die Bevölkerung mit verständlichen Daten breit und regelmäßig über die Ergebnisse unseres medizinischen Tuns informiert wird. Bei mündigen Menschen ist davon auszugehen, dass dies ihr Verhalten ändert.

Bislang war dies ein Kampf gegen Windmühlen. Wir scheiterten an methodischen Problemen der Erfassung und an der Form, wie man die Daten patienten- und empfängerorientiert aufbereiten und kommunizieren kann.

Und dann kam das neue Coronavirus.

Und alles ist anders. Täglich erfahren wir zur besten Sendezeit auf beiden Kanälen, wie viele Menschen sich infiziert haben, wie viele gesundet sind, wie viele Patienten auf den Intensivstationen liegen und auch wie viele Menschen an den Folgen ihrer Erkrankung gestorben sind.

Jeder versteht diese Ergebnisse und jeden interessieren sie.

Es ist wie die tägliche Erfolgsbilanz unseres gesundheitlichen Tuns.

Und ich bin davon überzeugt, dass diese unglaubliche Transparenz unser aller Verhalten mitgelenkt und beeinflusst hat, mit dem Erfolg, unsere Gesundheit zu bewahren.

Wir müssen an der neuen Normalität unseres Lebens mit dem Virus arbeiten.

Transparenz muss in Zukunft dazu zählen.

Michael Heinisch ist Geschäftsführer und Vorsitzender der Geschäftsleitung der Vinzenz Gruppe

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