Trump hat plötzlich Gegenwind und einen gefährlichen Herausforderer

Trump hat plötzlich Gegenwind und einen gefährlichen Herausforderer
Der Ex-US-Präsident muss bei den Kongresswahlen ein paar Rückschläge einstecken, sein wichtigster Gegner triumphiert
Konrad Kramar

Konrad Kramar

Das Ganze hörte sich schon ein bisschen nach Countdown zur Mondlandung an. Fast täglich wurden die Andeutungen Donald Trumps für dessen nächste Präsidentschaftskandidatur immer "sehr sehr wahrscheinlicher". Zuletzt stellte der Ex-Präsident mit dem 15. November schon ein fixes Datum für seine "große Ankündigung" in den Raum. 

Der härteste Gegner

Doch dann kam die lange Nacht der US-Kongresswahlen und wenn an diesem hin und her an gegensätzlichen Ergebnissen vorerst eines klar war: Es gab nicht die von Trump in der ihm eigenen Art hinausposaunte Rote Welle für die Republikaner - und fürs Erste nur einen großen republikanischen Triumphator. Ron DeSantis, Gouverneur im Swing State Florida segelte völlig ungebremst zur Wiederwahl und ließ seinen demokratischen Herausforderer einfach stehen. Das Dumme für Trump: DeSantis ist politisch ganz auf seiner Linie, ein Populist mit einer harten Kante in der Einwanderungspolitik und der Verbrechensbekämpfung - und dummerweise mehr als 30 Jahre jünger. Für die Republikaner ist der Nachkomme italienischer Einwanderer also eine Art Trump-Ersatz ohne die dazugehörigen juristischen Schwierigkeiten und die oft etwas zu ausgeprägte Egomanie.

Offene Drohung

DeSantis hat sich schon jetzt ziemlich offen als Präsidentschaftskandidat für die Republikaner 2024 in Stellung gebracht und sich damit die unverhohlene Wut Trumps zugezogen. Der ließ in seiner ersten Stellungnahme zu den Kongresswahlen den Triumph des Gouverneurs einfach unerwähnt. Am Tag zuvor aber hatte er eine offene Drohung in dessen Richtung geschickt. Er halte nicht viel von den Ambitionen von DeSantis aufs Weiße Haus. Werde er es dennoch versuchen, dann werde er, Trump, ein paar sehr unangenehme Wahrheiten an die Öffentlichkeit bringen.

Das also sieht schon jetzt nach einer beginnenden Schlammschlacht aus - und es könnte sein, dass Trump, früher als im lieb ist, der Gatsch ausgeht. Denn die Republikaner haben in dieser Kongresswahl-Nacht auch noch mitbekommen, dass ein paar von Trumps verhätschelten Favoriten - wie etwa der Arzt Mehmet Oz in Pennsylvania - nicht den Sieg eingefahren haben, den Trump ihnen zuschanzen wollte. Das nimmt ihm viel von seinem Nimbus des quasi allmächtigen Königsmachers in der Republikanischen Partei. Der Ex-Präsident wird wohl ein bisschen vom Gas gehen müssen.

Alle aktuellen Ergebnisse zu den US-Midterms finden Sie hier:

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