Meinung
18.07.2018

Straches Frontfrau Hartinger-Klein ist als Ministerin angezählt

Forsch, misstrauisch und unberechenbar: Wer das Mammut-Ressort Gesundheit und Soziales so regiert, muss scheitern.

Erinnern Sie sich noch an Elisabeth Sickl? Die Kärntner  Schlossbesitzerin war eine  Entdeckung  Jörg Haiders in  den 1990er-Jahren  und brachte es so von der Landtagsabgeordneten und Umweltlandesrätin 2000 bis zur Gesundheits- und Sozialministerin im  schwarz-blauen Kabinett  von   Schüssel/Riess-Passer. Sickls Stern verglühte kurz nach Start dank    vieler Alleingänge  und legendärer Interview-Hoppalas.

Beate Hartinger-Klein brachte sich  nach der Wahl  2018 in der FPÖ selbst   in Erinnerung  und  schlussendlich als Gesundheits- und Sozialministerin   auch  zurück ins   Macht-Spiel bis in die oberste Etage. Als ehemalige FPÖ-Nationalratsabgeordnete und  Sozialversicherungsmanagerin sollte sie sowohl Polit-Erfahrung als auch Expertise mitbringen.

Mit Kassenfusion, AUVA-Umbau, Mindestsicherung  und Arbeitslosengeld hat sie die schwersten Reform-Brocken am Tisch.
Anfangs tanzte  auch sie mit forschen Alleingängen ( Hartz IV in  Österreich?  „Nicht  mit mir.“) aus der  Reihe.  Von Kurz und Strache  heftig zurückgepfiffen, bunkert sie sich nun zunehmend ein.

Das  Reden überlässt  sie nach den Interview-Pannen allein  den Reform-Betroffenen, internen Kritikern und politischen Gegnern. Und wird damit vom politischen  Player zum öffentlichen Spielball. Den eigenen Beamten misstraut sie und lässt ihre Gesetze von externen Juristen schreiben.   Kassenfunktionäre und Länderchefs stellt sie vor vollendete Tatsachen.      Hartinger-Klein gilt so auch intern bereits als Ablösekandidatin.

Gestern machte mit Vorarlbergs Markus Wallner der erste VP-Spitzenmann den Unmut mit ihr auch öffentlich: „Bei der Krankenkasse ist eine Ministerin am Werk, die uns jeden Tag neu überrascht und nicht besonders kompetent agiert.“   
Hartinger-Klein ist    so als Regierungsmitglied endgültig angezählt. Ihre blaue Vorgängerin Elisabeth Sickl  wurde nach achteinhalb Monaten  wieder nach Hause geschickt. Hartinger-Klein    steht mit dem gestrigen Tag  bereits seit  sieben Monaten für unzählige Troubles im Sickl-Format.