Meinung
05.01.2019

Sind das wirklich nur "Rotzbuben"?

Leider sind auch für das Land so wichtige Einrichtungen wie die Caritas wieder Zielscheibe von Attacken.

Leider sind auch großartige und für das Land so wichtige Einrichtungen wie die Caritas wieder Zielscheibe von Attacken, aber nicht nur von Irren im Internet. Führende Funktionäre der FPÖ und auch der offizielle FPÖ-Regierungssprecher gehen massiv auf die Caritas und andere NGOs los. „Asylindustrie“ ist nur eine dieser Gemeinheiten, mit denen hier Stimmung gemacht wird. Warum eigentlich? Ich habe in der Vorwoche einen Kommentar dazu geschrieben und noch nie so viele positive Reaktionen bekommen – zwei negative gab es auch, mehr nicht. 

Es muss uns allen klar sein, dass Caritas, Diakonie, Rotes Kreuz und andere viele Aufgaben erfüllen, die der Staat teurer und wohl auch schlechter machen würde. Man muss sich nur ansehen, wieviel der niederösterreichische FPÖ-Landesrat Waldhäusl bereit war, einem Privaten für Flüchtlingsbetreuung zu zahlen.

Christian Konrad verglich jene FPÖler, die die Caritas beschimpfen, mit "Rotzbuben". Aber wo sind andere Konservative, solche, die in der ÖVP etwas zu sagen haben? Gefällt ihnen das? Oder ist da jemand beleidigt? Aus dem Kanzleramt ist zu hören, dass den Türkisen ein gemeinsames Interview von Kanzler Sebastian Kurz mit einem Vertreter der Kirche vor Weihnachten ins Konzept gepasst hätte, aber von der anderen Seite doch als zu propagandaartig abgelehnt wurde.

Was die kritisierten FPÖ-Politiker betrifft: Sind das wirklich nur "Rotzbuben", oder steht nicht doch die Absicht dahinter, wichtige Institutionen der Gesellschaft einfach zu destabilisieren, Angst und Unsicherheit zu verbreiten und darauf ein autoritäres Regime zu begründen? Anderswo war es genau so.

Dieser Text stammt aus "Brandstätters Wochenreport": Jeden Samstag früh blickt KURIER-Herausgeber Helmut Brandstätter auf die vergangene Woche zurück.