Politik | Inland
05.01.2019

Caritas-Schelte: Konrad übt scharfe Kritik an "Rotzbuben" in FPÖ

Der Ex-Flüchtlingskoordinator sieht auch die ÖVP gefordert: "Wo ist sie?" Christlich-sozial sehe "jedenfalls anders aus."

Ex-Flüchtlingskoordinator Christian Konrad kritisiert die FPÖ für ihre Attacken gegen die Caritas. Die Freiheitlichen würden sich wie "Rotzbuben" verhalten, stellte er gegenüber der Presse fest und sieht die ÖVP gefordert.

FPÖ-Klubchef Johann Gudenus hatte der Caritas unlängst "Profitgier" im Zusammenhang mit Flüchtlingen unterstellt. Der frühere Raiffeisen-Generalanwalt Konrad meinte dazu: "Die FPÖ verhält sich wie Rotzbuben. Rotzbuben wissen nämlich meist nicht, wovon sie reden, und haben keine Ahnung vom Leben." Konrad unterstütze die Caritas selbst bei etlichen Projekten und sieht sich hier als "Nothelfer" und er rücke zu deren Verteidigung aus, "wenn es ja schon sonst niemand tut".

Konrad sieht angesichts der FPÖ-Aussagen die Kanzlerpartei ÖVP gefordert: "Wo ist sie, wenn so etwas gesagt wird? Oder ihre Heerschar an Sprechern? Christlich-sozial sieht jedenfalls anders aus - und dass das Message-Control ist, kann ich mir nicht vorstellen."

Dass für die Flüchtlingsbetreuung nun wie angekündigt eine Bundesagentur gegründet werden soll, sieht der ehemalige Flüchtlingskoordinator ebenfalls skeptisch und verweist auf die Situation 2015: "Ohne die Caritas wäre der Staat hilflos gewesen."

Vilimsky: "Willkommenskultur abgewählt"

Die FPÖ hat Konrads Kritik zurückgewiesen. Die "von ihm mitbetriebene Willkommenskultur" sei abgewählt worden, erklärte Generalsekretär Harald Vilimsky am Samstag in einer Aussendung. ÖVP-Vertreter mahnten indes generell ein Abrüsten der Worte ein.

Vilimsky wies die "Schimpftiraden" von Konrad zurück. Dieser versuche offenbar "ein wenig Aufmerksamkeit zu erhaschen". "Auch Herr Konrad wird diese Kurskorrektur, die durch die Regierungsbeteiligung der FPÖ eingeläutet wurde, akzeptieren müssen", betonte der Generalsekretär weiters.

Auf die Äußerungen der FPÖ über die Caritas angesprochen, erklärte Kanzleramtsminister Gernot Blümel (ÖVP) am Samstag in einem Standard-Interview: "Das ist begründet in der gegenseitigen Antipathie." Dies helfe aber niemandem, so Blümel, der appellierte, "dass alle einen anderen Stil an den Tag legen". Auch die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) forderte im KURIER einen respektvollen Umgang zwischen der Politik und den NGO und ein Abrüsten der Worte.