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Meinung
10/29/2019

Mit Realitätssinn zum Schulerfolg

Der Mix aus dem Durchsetzen von Regeln und (staatlicher) Fürsorge entpuppt sich als brauchbare Rezeptur.

von Daniela Kittner

Nein, Strafen sind nicht sympathisch, und es ist natürlich besser, wenn man ohne sie auskommt. Im konkreten Fall erfüllen sie aber offensichtlich den beabsichtigten, guten Zweck: Die Rede ist von Strafmandaten für die Eltern schwänzender Kinder.

Es ist traurig genug, wenn Eltern mittels staatlicher Sanktionen an die Schulpflicht erinnert werden müssen. Wie dem KURIER aus dem Schulbetrieb berichtet wird, wirkt die Drohung durchaus, das unentschuldigte Fernbleiben geht neuerdings zurück.

Und eine zweite gute Nachricht erreicht uns aus dem Bildungsbereich: Auch die Einführung der Ausbildungspflicht bis zum 18. Lebensjahr bringt den gewünschten Effekt. Zwei Drittel jener Kinder, die Schule und Lehre abbrechen, werden durch Fachpersonal des Sozialministeriums aufgefangen. Die Tausenden Jugendlichen werden angeschrieben, sie werden bei der Berufswahl beraten, in ein passendes Netzwerk eingebettet, an das Berufsleben herangeführt.

Der Ausbildungspflicht dürfte die neue Regierung noch eine Bildungspflicht hinzufügen: Statt neun Jahre auf der Schulbank abzusitzen, soll ein Mindeststandard an Fertigkeiten definiert werden, die Jugendliche beim Verlassen der Schule beherrschen müssen.

All diese Maßnahmen haben den Sinn, möglichst keinen Menschen auf dem Bildungsweg zu verlieren, sie helfen vor allem auch Kindern, die von ihrem Elternhaus nicht genügend Unterstützung bekommen. Der Mix aus dem Durchsetzen von Regeln und (staatlicher) Fürsorge entpuppt sich als brauchbare Rezeptur für Schulreformen, als bessere jedenfalls als die ideologischen Gefechte der vergangenen Jahrzehnte.

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