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Meinung
11/24/2021

Lotterie schlägt Impfkampagne

Es war ein Fehler, dass die Kampagnen lange auf niederschwelligen Aktionismus verzichtet haben.

von Martin Gebhart

All jene, die den burgenländischen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil milde belächelt hatten, weil er bereits im September eine Impflotterie gestartet hatte, um die Quote in seinem Bundesland zu heben, müssen mittlerweile zerknirscht Abbitte leisten. Mit einer eigentlich simplen Aktion hat er es geschafft, dass das Burgenland seit Wochen in der Impfrangliste den ersten Platz einnimmt. Als einzige Region, die bei den Geimpften bereits die 70-Prozent-Hürde geschafft hat. Eine Impflotterie gibt es nun auch in Oberösterreich und seit dieser Woche sogar vom ORF.

Der Erfolg von Doskozil zeigt den übrigen Impfverantwortlichen – gleichgültig ob auf Bundes- oder Landesebene –, die Fehler der allgemeinen Impfkampagnen auf. Da wurde zwar mit Sportlern, Schauspielern, Ärzten oder Ex-Politikern breit für den Stich geworben, auf niederschwelligen Aktionismus an der Basis aber nicht gesetzt. Als ob man eine bestimmte Linie nicht unterschreiten wollte.

Das war falsch und kann auch nicht mehr gut gemacht werden. In den vergangenen Wochen sind die Schlangen in den Impfstraßen wegen der 2-G-Regeln, der steigenden Infektionszahlen und des Lockdowns länger geworden. Meist aber nur, weil sich viele Geimpfte nun rasch den dritten Stich abholen wollen. Und die Ungeimpften – auch jene, die keine totalen Verweigerer sind – bunkern sich immer mehr ein, weil sie sich ins Eck gedrängt fühlen.

Unterm Strich muss man sich eingestehen, dass einiges vergeigt worden ist und mehr möglich gewesen wäre. Jetzt bleibt nur noch die Impfpflicht als Ausweg, um in der Zukunft tatsächlich Lockdowns zu vermeiden. Die soll im Februar in Kraft treten. Entscheidend wird sein, wie die verantwortlichen Politiker diesmal im Vorfeld mit der Bevölkerung kommunizieren.

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