Nicht nur wegen Hitze: Kein Sommer wie immer
In Bad Deutsch-Altenburg wurde vergangene Woche mit 41,2 Grad der Allzeit-Hitzerekord gemessen. Es war der Höhepunkt einer Hitzewelle, die vor allem den Osten des Landes im Griff hat. Mit verheerenden Auswirkungen. Insofern wird der Sommer 2026 noch lange in Erinnerung bleiben.
Interessanterweise geht es diesmal im Juli und August auch in der Politik heißer zu als gewohnt. Normalerweise werden die beiden Monate genutzt, um sich zu erholen, mit der Bevölkerung in Kontakt zu kommen und dann ab September mit voller Kraft durchzustarten. Heuer ist es anders – vor allem bei den drei Regierungsparteien. Da geht es derzeit mehr darum, politische Scherben aufzuräumen, um nicht angeschlagen in den Herbst zu gehen.
Turbulenzen in der ÖVP ...
Die ÖVP hat es gleich zweimal erwischt. Mitte Juli mit der Affäre Walter Ruck, die die Konstruktion der Volkspartei in Frage gestellt hat. Der einst mächtige Wiener Wirtschaftskammerpräsident wurde von der Bundespartei einstimmig ausgeschlossen, konnte aber weiterhin Obmann des Wiener Wirtschaftsbundes bleiben. Mittlerweile ist er zurückgetreten, die innerparteiliche Debatte dazu aber noch nicht erledigt.
Und jetzt der Sager von Bundeskanzler Christian Stocker zur unbezahlten Familien-Arbeit, der in der breiten Bevölkerung für heftige Diskussionen und viel Kritik sorgt. Stocker hat sich zwar ganz klar dafür entschuldigt, vom Tisch ist das Thema dennoch nicht. Gerade die Familie gilt als eine der Säulen des Wertekonzepts der Volkspartei. Dennoch tut sie sich seit Jahren schwer damit, ein klares, einheitliches und von allen in der Partei akzeptiertes Familienbild zu zeichnen.
... und in der SPÖ
Für die SPÖ ist die Situation um nichts einfacher. Die Affäre Walter Ruck hat bei Wiens Bürgermeister Michael Ludwig, der bis dahin als der stabilste Faktor in der Partei gegolten hat, politische Schrammen hinterlassen. Vor allem in der Partei wird seine Rückendeckung für Ruck sehr kritisch gesehen.
Das scheint derzeit der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil auszunutzen. Nach seiner Rückkehr auf das politische Parkett sorgt er mit Ansagen in Richtung Bund für Aufsehen. Hinter sich hat er trotz seiner langen Abwesenheit mittlerweile die Landesparteien in Kärnten, der Steiermark, Niederösterreich, Salzburg und Vorarlberg vereint, um – trotz wiederkehrender Dementis – auch bundespolitisch wieder kräftig mitzumischen.
Und da wäre noch die dritte Regierungspartei, die Neos. Der Parteiausschluss von Neos-Mitbegründer Veit Dengler muss innerparteilich erst verarbeitet werden. Das damit verbundene Murren ist bei den Pinken noch nicht vorbei.
Es benötigt bei ÖVP, SPÖ und Neos also noch viel innerparteiliche Hausarbeit, um sich wieder auf das Regieren konzentrieren zu können. Und allen muss klar sein, dass dieser Sommer nicht für bessere Umfragewerte gesorgt hat.
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