Meinung
20.09.2017

Leihrad-Anbieter zur Kasse bitten

Regeln und Vorschriften müssen auch für Bikesharing-Firmen gelten.

Unternehmer in Wien müssen sich dieser Tage gefrotzelt vorkommen

Mag. Elias Natmessnig | über den Leihrad-Wildwuchs in Wien

Viele Unternehmer in Wien müssen sich dieser Tage gefrotzelt vorkommen. Wer ein Geschäft aufsperren will, muss sich mit unzähligen Vorschriften herumschlagen. Wirte etwa müssen sich praktisch jeden Klopapierhalter genehmigen lassen – und werden bei Fehlverhalten sofort gestraft.

Auf der anderen Seite schaut die Stadt weg, wenn Hunderte Leihräder von Anbietern aus Asien und Dänemark die Wiener Radbügel blockieren. Privater Anbieter nutzen öffentliche, vom Steuerzahler finanzierte Infrastruktur für ihren Profit und dürften zum Teil nicht einmal eine Gewerbeberechtigung haben. Dabei gibt es in Wien schon ein Leihradsystem, die Citybikes. Der große Vorteil: Die Räder müssen an einer Station abgegeben werden und liegen nicht kreuz und quer rum. Zudem zahlt Citybike eine Gebrauchsabgabe, wie auch Wirte für ihre Schanigärten. Höchste Zeit, dass diese Regeln auch für Leihrad-Anbieter gelten.