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20.10.2017

Vielleicht ist ein Weckruf nötig

Vielleicht ist ein Weckruf nötig

Hermann Sileitsch-Parzer | zur Debatte über die Sozialpartnerschaft

Dass Österreich heute als wohlhabende Volkswirtschaft dasteht, ist nicht zuletzt das Verdienst einer funktionierenden Sozialpartnerschaft. In der Nachkriegszeit war es wichtig, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf Augenhöhe miteinander reden und Lösungen finden konnten, die den sozialen Frieden sicherten und das Wohl des Wirtschaftsstandortes und der Menschen im Auge hatten.

Genau dieser Fokus ist den Sozialpartnern in den letzten Jahren verloren gegangen. Sie haben keine Ergebnisse geliefert, sondern mit Wadelbeißerei geglänzt. Und sich so angreifbar gemacht.

Allerdings wäre es kurzsichtig, jetzt die tagespolitische Wetterlage zu nützen, dieses Erfolgsmodell zu entsorgen. Mit der Digitalisierung kommen auf die Arbeitswelt Veränderungen zu, die nur mit- und nicht gegeneinander gelöst werden können.

Der erste Reflex von Gewerkschaft und Wirtschaftskammer war freilich: Nichts darf sich ändern, alles muss bleiben, wie es ist. Das ist falsch. Die Kammern müssen sich rückbesinnen, was ihre Aufgabe ist. Womöglich ist dazu eine Volksbefragung als Weckruf nötig? Denn Österreich braucht funktionierende Sozialpartner. Hackel werfende Kammerfunktionäre braucht niemand.