über einen gesetzlichen Mindestlohn
02/28/2017

Fluch und Segen

Warum die Lohnuntergrenze Sache der Sozialpartner bleiben sollte.

von Anita Staudacher

Die Lohnhöhe wäre wahltatktischen Manövern der Parteien ausgesetzt

Dr. Anita Staudacher | über einen gesetzlichen Mindestlohn

Mindestens 1500 Euro im Monat für alle? Für alle? Natürlich nicht. Fast 350.000 geringfügig Beschäftigte sind davon ebenso weit entfernt wie viele der 290.000 Ein-Personen-Unternehmen, die mangels Aufträgen gerade so über die Runden kommen. Die Armutsgefährdung bei den EPU ist übrigens doppelt so hoch wie bei den Angestellten. Schon möglich, dass ein kollektiver Mindestlohn diese beiden Gruppen noch stark wachsen lässt. Denn Arbeit auslagern und höhere Personalkosten umgehen, ist gang und gäbe in der Wirtschaft.

Eine generelle Lohn-Untergrenze hätte immerhin Signalwirkung. Arbeit muss etwas wert sein. Und die Sozialpartner strengen sich plötzlich wieder an und arbeiten an einer Flächendeckung via KV. Das sollte ihnen auch gelingen, denn ein Mindestlohn per Gesetz wäre die schlechtere Lösung. Er wäre wahltaktischen Manövern der herrschenden Parteien ausgesetzt und würde die Lohnverhandlungen in den einzelnen Branchen erschweren, die Sozialpartner zusätzlich schwächen. Höhere Mindeststandards wären schwerer umzusetzen, das Lohnniveau sinken. Das kann letztlich niemand wollen.

Artikel zum Mindestlohn im EU-Vergleich lesen Sie hier

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