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16.08.2017

Auf Staatskosten günstig fliegen

Nichts ist sinnloser als ein Unternehmen dauerhaft mit Steuergeldern vollzupumpen.

Mag. Robert Kleedorfer | über den Kredit für Air Berlin

Dass Deutschland Air Berlin mit 150 Millionen Euro zur Seite springt und sie damit fürs Erste vor der finanziellen Bruchlandung bewahrt, ist eine gute Nachricht für die täglich rund 80.000 Passagiere. Sie wären irgendwo gestrandet oder hätten ihre Reise gar nicht erst antreten können. Ein Riesen-Chaos mitten in der Ferienzeit und kurz vor den Bundestagswahlen wurde so vermieden.

Die schlechte Nachricht betrifft die deutschen Steuerzahler: Weiteres Geld fließt in das Milliardengrab Air Berlin. Auch wenn es nur eine Übergangslösung sein soll und die Regierung glaubt, das Geld wird vom neuen Eigentümer zurückgezahlt: Bis der Verkauf durch ist, wird schon jetzt eine zweite Finanzspritze nicht ausgeschlossen. Diese wäre dann wohl im November fällig, wenn die neuen Mittel wieder zur Neige gehen.

Wenn aber ein Verkauf bis dahin noch immer nicht in trockenen Tüchern ist, wäre es wohl besser, den Betrieb einzustellen. Nichts ist sinnloser als ein Unternehmen, das sich auf dem Markt nicht behaupten kann, dauerhaft mit Steuergeldern vollzupumpen. Auch Österreich sollte diesen Weg nicht einschlagen, falls der Niki-Verkauf platzt. Ein solch marktverzerrender Eingriff würde höchstens die Passagiere erfreuen, die dann mit weiterhin günstigen, staatlich subventionierten Tickets rechnen könnten.