über das "Vorbild" Helene Fischer
02/23/2018

Helene Fischer: Außerirdischer Schlager

von Marco Weise

Sie raucht nicht, sie trinkt nicht, sie dopt nicht.

Marco Weise | über das "Vorbild" Helene Fischer

Man weiß nun alles über Helene Fischer. Sie ist „atomlos“, ein Cyborg. Nein, sie ist ein Christkind, das die Schlagerwelt heimsucht. Gottesgleich, aber auch asexuell sei sie. Schön, sexy und engelhaft meinen andere. Schwitzen? Nein, das ist nichts für eine Helene Fischer. Denn sie kann singen und turnen gleichzeitig – ohne dabei atemlos zu sein. Angeblich lebt sie auch in einer perfekten Beziehung mit Florian Silbereisen, hat ein tolles Sexleben, und kommt immer pünktlich – zu Terminen, versteht sich.

Es gibt nichts, was sie sterblich machen könnte. Sie raucht nicht, sie trinkt nicht, sie dopt nicht. Aber zumindest sündigte sie in Wien: Sie ging spät abends zum Bitzinger (sagen Sie niemals Würstelstand zu ihm). Haben wir es gar mit einem Roboter zu tun, mit einer Außerirdischen? Man weiß es nicht. Eltern sind angeblich froh darüber, wenn sich der Sohn, die Tochter kein T-Shirt einer Goth-Metal-Truppe, sondern ein „Ultras Helene“-Leiberl über den pubertierenden Körper streift. Aber was kommt dabei raus? Vielleicht die Generation „Helene“, die immer brav lächelt, keine Meinung hat, sich nie kritisch zu Wort meldet und immer schön brav ist? Klingt fürchterlich.

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