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15.11.2017

Rote Schlammschlacht

Das Rennen ist völlig offen, dementsprechend dreckig wird der Wahlkampf.

Mag. Elias Natmessnig | über die Häupl-Nachfolge

Wer immer neuer Bürgermeister in Wien wird, er wird im Jänner aus dem roten Scherbenhaufen eine neue SPÖ formen müssen.

Der Kampf um die Nachfolge von Michael Häupl hält die Partei seit Jahren in Atem. Zwei Lager bekämpfen sich mehr oder minder offen. Auch wenn die Trennlinien unscharf sind, heißt das Duell Innenbezirke gegen Außenbezirke. Beide wollen Posten.

Zwischenzeitlich herrschte Waffenstillstand, es war eine Nationalratswahl zu schlagen. Während Schwarz-Blau nun aber ruhig verhandeln kann, bricht der Konflikt in der Wiener SPÖ vollends aus. Zu viele Kränkungen sind in den letzten Jahren passiert, zu viele offene Rechnungen müssen beglichen werden.

Nachdem Sonja Wehsely aus der Politik ausgeschieden ist, ist es nun pikanterweise ihr Mann, Bundesklubchef Andreas Schieder, der in den Ring gegen Michael Ludwig steigen wird. Der Wohnbaustadtrat war lange Zeit einziger Kandidat auf die Nachfolge Häupls, nun hat er einen starken Herausforderer. Das Rennen ist völlig offen, dementsprechend dreckig wird der Wahlkampf. Dem Sieger sei gesagt: Eine Partei, die nicht geeint ist, ist kaum in der Lage, Wahlen zu gewinnen.