über Neid in der Politik
07/02/2013

Neid ist auch in der Politik eine Sünde

Wer nach besser qualifizierten Abgeordneten ruft, wird mit dem Armutsgelübde keinen Erfolg haben.

von Helmut Brandstätter

Ein Mandat ist auch finanziell reizvoll, wenn man weniger als 8000 Euro verdient.

Dr. Helmut Brandstätter | über Neid in der Politik

Ganz sicher war sich Frank Stronach zu Beginn seiner jungen Polit-Karriere, dass er Gleichgesinnte aus der Wirtschaft finden würde, die mit ihm in den Nationalrat einziehen würden. Doch daraus wurde nichts. In der Pressestunde gestand er ein, dass ein(e) Mandatar(in) nur deshalb vom BZÖ zu ihm wechselte, weil ihm/ihr finanzielle Sicherheit angeboten wurde. Das wurde heute relativiert.

Ein Mandat im österreichischen Nationalrat ist für Beamte attraktiv, weil sie zumindest teilweise nebenbei ihrem Beruf nachgehen und wie ihre Kollegen im öffentlichen Gehaltsschema vorrücken können.

Ein Mandat ist auch finanziell reizvoll, wenn man weniger als 8000 Euro verdient. Aber wer in der Wirtschaft ein wenig Karriere gemacht hat, will nicht mehr Politiker werden. (Von den 8000 Euro bleibt nach Parteiabgaben deutlich weniger als die Hälfte übrig.)

Nach den Skandalen der letzten Jahre haben sich die Mandatare mehr Transparenz verordnet. Leider haben sie das eher ungeschickt umgesetzt, weshalb das Gesetz schon wieder nachgebessert werden muss.

Transparenz ist gut, aber ein grundsätzliches Problem bleibt: Solange jedem misstraut wird, der mehr als der Durchschnitt verdient, werden wir nur Volksvertreter bekommen, die beim Bund oder in einer Kammer abgesichert sind.

Frank Stronach hat recht: Es müssen mehr Selbstständige in die Parlamente. Aber das wird nur funktionieren, wenn man nicht neidig darauf achtet, dass sie ja nicht zu viel verdienen. Und jemand, der selbst Geld hat, ist immer noch unabhängiger als einer, der einen reichen Onkel aus Übersee braucht.

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