über die Ukraine
04/17/2014

Die alten Dämonen wachen wieder auf

"Konventionelle Bedrohungen in Europa sind passé", haben uns die Heeresgegner jahrelang eingeredet.

von Martina Salomon

Man muss hoffen, dass von der Ukraine kein europäischer Flächenbrand ausgeht.

Dr. Martina Salomon | über die Ukraine

Haben wir das "Ende der Geschichte" erreicht, in dem totalitäre Systeme undenkbar sind, wie der amerikanische Politikwissenschaftler Francis Fukuyama vor einigen Jahren hoffnungsvoll schrieb? Die Entwicklung in der Ukraine widerlegt diese These traurigerweise. Auch das Mantra, es gebe keine konventionelle Bedrohung mehr in Europa, entpuppt sich nun (einmal mehr) als falsch. Jahrelang wurde, wer eine Verteidigungsfähigkeit Österreichs für sinnvoll hielt, zum kalten Krieger gestempelt. Folgerichtig wurde das Heer weitgehend zur Folkloretruppe degradiert, das in der Verfassung verankerte Milizsystem total ausgehöhlt. Aber glaubt tatsächlich irgendwer, dass uns die Rest-Neutralität vor einem Aggressor schützen würde?

Man muss inständig hoffen, dass von der Ukraine kein europäischer Flächenbrand ausgeht. Doch die Parallelen zu 1914 sind beunruhigend. Auch vor hundert Jahren dachte keiner der kommod lebenden Wiener Bürger an einen Krieg, ausgelöst durch fernes Donnergrollen am Balkan. EU-Kommissionspräsident José Barroso sieht "die alten Dämonen" wieder aufwachen. Auch der deutsche Vizekanzler Sigmar Gabriel warnte kürzlich bei einem Weltkriegsgedenken vor einem neuen Krieg in Europa. Dieses Europa ist allerdings handlungs- und zahnlos, eine gemeinsame Verteidigungsstrategie gibt es nur in Ansätzen. Die westliche Welt setzt noch auf Wirtschaftskrieg (unter dessen Folgen österreichische Unternehmen stark leiden könnten). Und wenn sonst nichts mehr hilft, hofft man auf den "großen Bruder" Amerika, der die Schmutzarbeit erledigen soll.

Verteidigungsminister Klug ist ja für seine Sprachschöpfungen berühmt. Um mit seinen Worten zu sprechen: "Situationselastisch" ist Österreich auf eine ernsthafte Krise nicht im Geringsten vorbereitet.

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