über christliche Werte
12/25/2014

Christliche Werte sind aktueller denn je

Unsere Kultur darf sich von menschenverachtenden Tendenzen nicht untergraben lassen.

von Martina Salomon

Unsere Kultur darf sich von menschenverachtenden Tendenzen nicht untergraben lassen.

Dr. Martina Salomon | über christliche Werte

Endlich ruhige Tage. Darauf freut man sich spätestens nach dem Heiligen Abend und der Bescherung. Dann, wenn der ganz große Trubel abgeklungen ist. Und wie jedes Jahr stellt sich die Frage: Hat das alles noch etwas mit der Botschaft des – man wagt es ja kaum mehr auszusprechen – christlichen Festes zu tun? Sind solche Werte in Zeiten unbedingter individueller Selbstentfaltung überhaupt noch wichtig?

Ja, selbstverständlich – heute vielleicht sogar mehr denn je. Ohne bestimmte Grundwerte wird friedliches Zusammenleben unmöglich. Dazu zählen gegenseitige Achtung, Gleichberechtigung, Gewaltfreiheit, Mut und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen für sich und andere. Das lässt sich auch in der säkularen Gesellschaft, in der wir Gott sei Dank leben dürfen, gut praktizieren.

Religion als "Identifikationsmarke"?

Niemand will die Zeiten zurück, in denen Scheidung und uneheliche Kinder als Schande galten. Wirklich niemand? Mit Unbehagen lässt sich beobachten, wie das Pendel in eine andere Richtung ausschlägt, weil ein Steinzeit-Islam um sich greift, nicht nur in den verwüsteten Landschaften Syriens oder Libyens. Immer stärker auch in der Türkei, die viele auf dem Weg Richtung Europa sahen. Dort hat Staatspräsident Erdogan gerade Geburtenkontrolle als "Verrat" an der Nation bezeichnet.

Auch in Österreich wenden sich immer mehr Junge restriktiven Ideologien mit religiöser Verbrämung zu. Der Rapper Nazar (Österreicher mit iranischen Wurzeln) hat erst kürzlich in einem KURIER-Interview gemeint: "Die Religion ist zu einer Identifikationsmarke auf der Straße geworden. Früher haben wir uns beim Kennenlernen gefragt: Woher kommst du? Mittlerweile fragen die Jugendlichen auch nach der Religion. So wird festgestellt, ob man mit dir reden darf oder nicht."

Das stimmt ziemlich nachdenklich. Ist unsere eigene Kultur, sind unsere eigenen Werte stark genug, um sich langfristig nicht untergraben zu lassen? Historisch betrachtet gab es Irrtümer und schwere Fehler der christlichen Kirchen. Vieles ist auch heute noch lebensfremd, zu wenig lebensfroh. Aber in ihrem "Programm" haben Christen keine Verfolgung Andersgläubiger (mehr) stehen. Der neue Papst rüttelt erstaunlich unbekümmert an festgefrorenen Traditionen im Vatikan. Und seien wir ehrlich: An Wendepunkten des Lebens – Taufe, Heirat, Tod und, ja, auch Weihnachten – ist die Kirche ein Begleiter, der den Ereignissen Würde verleiht, unterstützt und tröstet. Traurig nur, dass die christlichen Kirchen die Sehnsucht der Menschen nach Sinn, Halt und Spiritualität in einer unübersichtlich gewordenen Welt zunehmend nicht stillen können.

Aber bei aller Kritik an dem (in Österreich noch immer dominierenden) christlichen Glauben (und seiner irdischen Botschafter): Er ist ein wichtiger Teil unserer Geschichte, unserer Kultur und Identität. Seine Kernbotschaft: "Liebe deinen Nächsten" ist auch in Zukunft richtig und wichtig.

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