Aus den Fehlern der Vergangenheit lernen

Bei den Tschetschenen hat die Integrationspolitik versagt. Österreich sollte den Fehler nicht wiederholen.

Bei der Integration der Tschetschenen ist so ziemlich alles schiefgelaufen.

Michael Jäger | über junge Tschetschenen in Österreich

"Wenn sie junge Tschetschenen sehen, wechseln Wiener die Straßenseite", erzählt ein führender Polizist Wiens. Der Mann weiß, wovon er spricht. Seit vielen Jahren zählen Vertreter dieser russischen Minderheit zu seinen Dauerkunden. In Polizeiberichten und der alljährlichen Kriminalstatistik findet das merkbar seinen Niederschlag.

Tschetschenen sind vielen Österreichern nicht geheuer. Nicht nur, weil sie aus einem fremden Kulturkreis stammen und wir über die Gruppe zu wenig wissen. Die Mehrheit der Österreicher sehen die Tschetschenen als gewaltbereit und frauenfeindlich. Das Engagement einer Gruppe für den IS, Auftritte von selbst ernannten Sittenwächtern in Wiener Einkaufszentren und diverse gewalttätige Konflikte in der Öffentlichkeit haben das Bild einer wilden Volksgruppe verfestigt.

Bei der Integration der Tschetschenen ist so ziemlich alles schiefgelaufen. Die gut integrierten Herzeige-Tschetschenen sind in Österreich kaum anzutreffen.

Besonders die Jungen haben große Anpassungsprobleme. Bildung und Arbeit ist nicht ihr großes Thema. Das verwundert nicht. Menschen, vom Krieg gezeichnet und traumatisiert, wo junge Burschen von ihren Eltern zum Kampfsport gebracht werden, leben so gänzlich anders. Die Integrationspolitik hat es nicht verstanden, sie auf den österreichischen Weg zu leiten.

Die Entwicklung der Tschetschenen im Land sollte ein Warnzeichen sein, bei den neuen Flüchtlingen diese Fehler nicht zu wiederholen. Was geht und was nicht geht, muss auf Anhieb klar und akzeptiert sein.

Dazu gehört auch die eindeutige Botschaft: Wer sich nicht integrieren will, der muss gehen.

( kurier.at ) Erstellt am 28.11.2016