über Hermann Maier
10/19/2014

Rauschfrei

von Wolfgang Winheim

Auch in Maiers Abwesenheit wird sein Name in den Söldener ORF-Festspielen oft genannt werden.

Wolfgang Winheim | über Hermann Maier

Habt ihr denn keine andere Sorgen?", fragte kürzlich ein ausländischer Journalistenkollege, auf österreichische Zeitungen deutend. Tatsächlich hatte deren Einserseiten trotz IS-Terror und heimischer Polit-Rochaden ein angeheiterter Hermann Maier dominiert, weil der sich aus lauter Freude über neuerliche Vaterfreuden in einem Altausseer Bierzelt gehen hatte lassen.

Seither weiß Maier: Im Zeitalter von Smartphone-Detektiven und digitalen Sittenwächtern sollten sich Promis wie er exzessives Feiern nur noch im stillen Kämmerlein leisten. Aber diese Erkenntnis plus die lästige Fragerei, ob denn der nächste Sprössling ein Bub oder Mädel sein werde, ist nicht der Grund, der den Vater von Zwillingsmäderln einen Bogen um den Skiauftakt in Sölden machen lässt. Drehtage für einen neuen Werbespot stehen zur selben Zeit auf dem Terminkalender des Raiffeisen-Langzeit-Testimonials. Auch in Maiers Abwesenheit wird sein Name in den Söldener ORF-Festspielen oft genannt werden. Ist er doch der letzte Österreicher, der (vor nunmehr neun Jahren) am Gletscher gewonnen hat.

Seither trumpfte dort mehrheitlich der US-Schräglagenspezialist Ted Ligety auf. Seither sind die Skier wieder länger geworden. Seither hat der ÖSV zwei Mal seinen Cheftrainer gewechselt. Und seither lockt Sölden jeden Oktober noch mehr Medienvertreter an. Sollte die Herbstsonne wider Erwarten die Riesentorläufe dahinschmelzen lassen, dann erlebt Sölden zumindest einen nur mit Kitzbühel vergleichbaren PR- und Party-Slalom.

Die Weltcup-Autos, die die Gletscherstraße am Wochenende zur Tiroler Südosttangente verwandeln, werden von Jahr zu Jahr größer. Obwohl das Jammern der Wintersportindustrie immer lauter wird.

Die Ski-Produktion am Weltmarkt ist von einst neun auf jährlich nur noch drei Millionen abgesackt. Was auch am Trend zum Leihski und schneearmen Wintern liegt. Austria-Ski-Pool-Direktor Reinhold Zitz erinnert die Situation frappant an die frühen 90-er-Jahre. Damals waren die Winter in etlichen Regionen sogar mehrmals ausgeblieben. Und schon damals wurde dem Ski-Weltcup der Untergang prophezeit.

Den Salzburger Maurer Maier hatte man zu dieser Zeit nur bei lokalen Derbys starten lassen. Er durfte erst mit 24 im Ski-Weltcup debütieren. In einem Alter, in dem Hansi Hinterseer seine Weltcup-Karriere bereits beendet hatte.

HH erinnert übrigens morgen, Montag, in Kitzbühel mit einer CD-Präsentation an sein 20-jähriges Jubiläum als Schlagerstar. Musikalischer Wert umstritten, Misstöne ausgeschlossen. Festräusche waren schon während seiner Rennläuferzeit nie des Hansis Bier.

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