ĂĽber die Bewegungsarmut
09/14/2014

Die Unbelehrbaren

von Wolfgang Winheim

Eine Ländermatch- oder Olympia-Pleite ist keine nationale Katastrophe.

Wolfgang Winheim | ĂĽber die Bewegungsarmut

A Unentschieden is a Sieg fĂĽr Ă–sterreich. Selten erwies sich der alte Kaffeehausspruch als so unpassend wie in der abgelaufenen FuĂźball-Woche. Zwei Mal 1:1. Zwei Mal lange Gesichter. Obwohl sich die Nationalelf fĂĽr den Auftritt gegen Schweden nicht genieren musste. Und obwohl das von der U-21 dem spanischen Europameister in Spanien durch ein Last-Minute-Tor von Trainersohn Michael Gregoritsch abgetrotzte Remis ehrenvoll war.

Anders als für das A-Team, das am Beginn der EM-Quali steht, bedeutete das 1:1 der U-21-Auswahl deren internationales Ende. Steht doch damit fest, dass Österreich wie immer seit 1952 auch beim olympischen Fußballturnier 2016 fehlen wird. Von jenen Sommersportlern wiederum, die im Gegensatz zu den Kickern noch von Olympia träumen dürfen, kann (mit Ausnahmen à la Schwimm-Teenager Lisa Zaiser) nicht erwartet werden, dass sie in Rio Palmen ausreißen.

Doch bei aller Nörgelei sei klargestellt: Eine Ländermatch- oder Olympia-Pleite ist keine nationale Katastrophe, der desolate körperliche Zustand Jugendlicher indes schon. Die Fettleibigen (25 Prozent) werden den Staat längerfristig ungleich mehr kosten als subventionierte Athleten oder ein neues Stadion. Der Bewegungsarmut muss schon im Kinderalter entgegengesteuert werden. Immerhin haben das Entscheidungsträger erkannt:

An der Volksschule gelang die Einführung der täglichen Turnstunde. Auch in Internaten wurde die tägliche Turnstunde eingeführt. Trotz kleiner Rückschläge (Reduzierung der Wandertage von zehn auf drei) im Zuge strenger Sparmaßnahmen zählt Österreich von der Organisation und den inneren Werten zu den führenden Staaten im Schulturnen.

Haben sich die Gesetzgeber zwei Jahre nach den medaillenlosen Londoner Spielen zu Reformen pro Sport durchgerungen? Mitnichten. Der obige Text über die Aufwertung des Schulturnens stammt aus dem Jahr 1933. Als Österreich zugegeben viel ärgere Sorgen plagten. Als aber Kinder noch ohne Smartphone und Auto, sondern aufg’wärmt von Stiegensteigen und Schulweg zum Unterricht kamen.

wolfgang.winheim@kurier.at

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