über Hannes Reichelts Kitzbühel-Pläne
01/23/2015

Auf Geld allein kommt’s nicht an

von Wolfgang Winheim

Auch er hält den Flutlicht-Slalom nicht für die optimale Vorbereitung auf die schwerste Abfahrt

Wolfgang Winheim | über Hannes Reichelts Kitzbühel-Pläne

Am Freitag kann ein Rennläufer so viel Veranstalter-Preisgeld kassieren wie noch nie. Wenn er nämlich zuerst den Super-G dominiert und dann nach einem Slalomlauf auch an erster Stelle der Kombi-Wertung steht.

122.000 Euro brutto bekäme der Doppelsieger (exklusive Ausrüsterprämien). Das sind zwar Peanuts im Vergleich zu Golf oder zur Formel 1, deren Boss Bernie Ecclestone auch heuer wieder im Rasmushof, einen Tiger-Woods-Abschlag entfernt vom Rennziel, logieren wird. Aber im Ski-Weltcup bedeuten die Streif- Summen Weltrekord.

Wie aber reagiert Matthias Mayer?

Er wird nur im Super-G starten und tritt beim Slalom nicht an. Er strebt keinen Kombi-Sieg an, obwohl er, wie er mit Kombi-Rang 4 am Lauberhorn andeutete, durchaus Chancen hätte. Mayer pfeift auf’s Geld.

"Was nützt mir die Gage, wenn ich am nächsten Tag im Netz zapple,", sagt der Olympiasieger. Hannes Reichelt denkt ähnlich. Auch er beteiligt sich nur an Teil 1 der Freitag-Show. Auch er hält den Flutlicht-Slalom nicht für die optimale Vorbereitung auf die schwerste Abfahrt.

Die Kitzbüheler, die im Gegensatz zu den (nicht einmal halb so hohe Prämien zahlenden) Schweizer Weltcup-Machern keinen Stacheldraht im Geldbörsel haben, belohnen die Hahnenkamm-Starter bis Sonntag mit insgesamt 750.000 Euro. Die mit dem Super-G gekoppelte alpine Kombination veranstalten sie jedoch nicht freiwillig. Die wurde ihnen von der FIS aufs Auge gedrückt. Krampfhaft wird vom realitätsfernen Weltskiverband ein Allrounder-Bewerb forciert, obwohl das Vielseitigkeits-Projekt im Zeitalter der Spezialisierung längst gescheitert ist.

Seit Bode Miller und Ivica Kostelic mehr Ärzte und Therapeuten als Trainer benötigen, gibt es mit Ted Ligety nur noch einen Topmann, der (nicht nur in Kitz) alle Rennen fährt. Doch auch Ligety büßt für seinen Fleiß. Er verlor seine Riesenform im Riesenslalom. Und heute wird der großartige Skifahrer wohl kaum den Super-G, aber vielleicht 58.000 Euro gewinnen. So viel bekommt der Kombi-Beste.

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