über Urban Mining
06/28/2014

Rohstoffe

Die wöchentliche Kolumne von Ulla Grünbacher.

von Ulla Grünbacher

Dabei soll eine ganze Stadt recycelt werden. Rohstoffe können aus abrissreifen Gebäuden wiedergewonnen werden.

Mag. Ulla Grünbacher | über Urban Mining

Autos, Rasenmäher, Bohrmaschinen – laute Geräusche umgeben uns jeden Tag. Lärm wird als Störfaktor empfunden und der Stress, der dabei entsteht, kann krankmachen. Der Blutdruck steigt, es kommt zu Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen. So viel ist bekannt. Neu ist, dass Lärm auch dick machen kann. Wer in der Nähe eines Flughafens wohnt und ständig dem Fluglärm ausgesetzt ist, läuft einer neuen Studie zufolge Gefahr, Gewicht zuzulegen. Mit dem Anstieg des Lärmpegels um fünf Dezibel steigt der Taillenumfang um rund 1,5 Zentimeter, das ist das Ergebnis einer Untersuchung von Wissenschaftlern des schwedischen Karolinska-Instituts. Die Wissenschaftler führen das Ergebnis auf die verstärkte Ausschüttung von Stresshormonen zurück. Aber nicht nur Lärm von lauten Maschinen verursacht Stress. Auch die ständige Geräuschkulisse, das Klappern von Tasten, das Gespräch und die Telefonate der Kollegen im Großraumbüro wirken sich auf Dauer auf das vegetative Nervensystem aus. Je mehr Platz den Mitarbeitern im Büro eingeräumt wird, desto weniger Auswirkungen hat der Lärm.

Während der Abfallberg wächst, werden Rohstoffen immer teurer. Eine Idee zur Rohstoff-Beschaffung ist Urban Mining. Dabei soll eine ganze Stadt recycelt werden. Rohstoffe können aus abrissreifen Gebäuden wiedergewonnen werden. Gold, Silber, Platin und Kupfer stecken in jedem Computer und jedem Flachbildschirm. Kupfer, Blei, Zink, Zinn, Aluminium und viele andere wertvolle Metalle wurden verbaut und für Kabel und Rohre verwendet. Die Rohstoffe könnten aus Produkten und Häuser herausgeholt und für die Industrie wieder verwendbar gemacht werden. Vor dem Hintergrund ständig steigender Rohstoffpreisen forschen in diesem Bereich Unternehmen und Wissenschafter. In Zürich läuft ein großes Modellprojekt, in dem alle verbrauchten Rohstoffe in Gebäuden registriert werden, damit sie auch wieder gefunden werden können. Auch für Österreich wird ein solcher Infrastrukturplan von Experten gefordert. Denn im Durchschnitt, errechneten Wissenschafter der TU Wien, entfallen auf jeden Wiener rund 400 Tonnen Material durch die verbaute Masse in Gebäuden, Fahrzeugen etc.

ulla.gruenbacher(at)kurier.at

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