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06.04.2012

Realitäten: Kasernen

Die wöchentliche Kolumne von Ulla Grünbacher.

Was tun mit Kasernen, die nicht mehr gebraucht werden? Eine Kaserne in Hamburg wird zu Luxuswohnungen umgebaut, niemand anderer als Karl Lagerfeld macht das Innendesign. Bald zieht betuchte Klientel in den 75 Jahre alten Bau und zahlt zwischen 5500 und 11.000 Euro/m². Zu den Vorteilen des alten Kasernenbaus – hohe Räume, Eichenparkett und Glasschiebetüren – kommen moderne Extras: Spa samt Fitnessbereich und eine Lounge, die nur Bewohner nutzen dürfen. Gestaltet wird dieser Club Sophie ebenso wie die Lounge von Modezar Karl Lagerfeld.

Auch in Niedersachen gibt es eine Kaserne, die schon lange nicht mehr gebraucht wird. Die Flugabwehrraketenstaffel war in der Wangerlandkaserne stationiert, heute ist hier Kinderlachen zu hören: Ein kleines Disneyland mit Hotel, Restaurants und künstlichem See ist entstanden.

Auch in Österreich werden Kasernen neu genutzt. Die Panzerhalle der Struberkaserne in Salzburg wird derzeit modernisiert, Ärzte und Geschäfte sollen einziehen. 19 Kasernen stehen in Österreich noch leer und warten auf Käufer mit innovativen Ideen zur Nachnutzung.

ulla.gruenbacher(at)kurier.at