über die Diskussion über eine Leerstandsabgabe
12/06/2014

Markt

Die wöchentliche Kolumne von Ulla Grünbacher.

von Ulla Grünbacher

Soll für leer stehende Wohnungen eine Abgabe verlangt werden dürfen? Dieses Thema wird derzeit in Wien heiß diskutiert.

Mag. Ulla Grünbacher | über die Diskussion über eine Leerstandsabgabe

Autos, Rasenmäher, Bohrmaschinen – laute Geräusche umgeben uns jeden Tag. Lärm wird als Störfaktor empfunden und der Stress, der dabei entsteht, kann krankmachen. Der Blutdruck steigt, es kommt zu Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen. So viel ist bekannt. Neu ist, dass Lärm auch dick machen kann. Wer in der Nähe eines Flughafens wohnt und ständig dem Fluglärm ausgesetzt ist, läuft einer neuen Studie zufolge Gefahr, Gewicht zuzulegen. Mit dem Anstieg des Lärmpegels um fünf Dezibel steigt der Taillenumfang um rund 1,5 Zentimeter, das ist das Ergebnis einer Untersuchung von Wissenschaftlern des schwedischen Karolinska-Instituts. Die Wissenschaftler führen das Ergebnis auf die verstärkte Ausschüttung von Stresshormonen zurück. Aber nicht nur Lärm von lauten Maschinen verursacht Stress. Auch die ständige Geräuschkulisse, das Klappern von Tasten, das Gespräch und die Telefonate der Kollegen im Großraumbüro wirken sich auf Dauer auf das vegetative Nervensystem aus. Je mehr Platz den Mitarbeitern im Büro eingeräumt wird, desto weniger Auswirkungen hat der Lärm.

Soll für leer stehende Wohnungen eine Abgabe verlangt werden dürfen? Dieses Thema wird derzeit in Wien heiß diskutiert. Wie viele Wohnungen in der Bundeshauptstadt tatsächlich unvermietet sind, ist nicht bekannt. Die Spanne der kolportierten Leerstände reicht von 30.000 bis 100.000 Einheiten in Wien. Mit einer Abgabe könnten die Besitzer gezwungen werden, ihre Flächen zu vermieten und damit den Markt zu entlasten, argumentieren die Befürworter. Die Mietervertreter wünschen sich eine Meldepflicht für unvermietete Wohnungen. Experten sprechen von spekulativem Leerstand, es würden also Wohnungen gehortet und absichtlich nicht vermietet, um später höhere Mieten zu kassieren. Viele heben ihren Besitz für ihre Kinder auf. Die Vertreter der Immobilienbesitzer halten nichts vom Eingriff in den persönlichen Besitz nach dem Motto: Was ein privater Eigentümer mit seinem Besitz macht, ist seine Sache. Fest steht: Einen bestimmten Leerstand braucht ein gesunder Markt, damit Wohnungssuchende auch eine gewisse Auswahl haben. Ausreichend Neubau lässt solche Begehrlichkeiten gar nicht erst aufkommen...

ulla.gruenbacher@kurier.at

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