über das Sterben der Dörfer am Land
12/27/2014

Landleben

Die wöchentliche Kolumne von Ulla Grünbacher.

von Ulla Grünbacher

Die Beispiele belegen, dass immer mehr Dörfer am Land aussterben. Über einen Rückbau wird vielerorts nachgedacht.

Mag. Ulla Grünbacher | über das Sterben der Dörfer am Land

Autos, Rasenmäher, Bohrmaschinen – laute Geräusche umgeben uns jeden Tag. Lärm wird als Störfaktor empfunden und der Stress, der dabei entsteht, kann krankmachen. Der Blutdruck steigt, es kommt zu Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen. So viel ist bekannt. Neu ist, dass Lärm auch dick machen kann. Wer in der Nähe eines Flughafens wohnt und ständig dem Fluglärm ausgesetzt ist, läuft einer neuen Studie zufolge Gefahr, Gewicht zuzulegen. Mit dem Anstieg des Lärmpegels um fünf Dezibel steigt der Taillenumfang um rund 1,5 Zentimeter, das ist das Ergebnis einer Untersuchung von Wissenschaftlern des schwedischen Karolinska-Instituts. Die Wissenschaftler führen das Ergebnis auf die verstärkte Ausschüttung von Stresshormonen zurück. Aber nicht nur Lärm von lauten Maschinen verursacht Stress. Auch die ständige Geräuschkulisse, das Klappern von Tasten, das Gespräch und die Telefonate der Kollegen im Großraumbüro wirken sich auf Dauer auf das vegetative Nervensystem aus. Je mehr Platz den Mitarbeitern im Büro eingeräumt wird, desto weniger Auswirkungen hat der Lärm.

Kaufen Sie doch Ihr eigenes Dorf – mit diesem Slogan wurde der Ort Liebon in Deutschland vor zwei Jahren bei eBay angeboten. Die ehemaligen Besitzer der 1332 erstmals urkundlich erwähnte Siedlung boten ihren Besitz auf der Plattform zum Kauf an. Zwei Jahre warteten sie vergeblich auf Interessenten. Nun hat sich ein Käufer für das Mini-Dorf in der sächsischen Gemeinde Göda gefunden, der bereit war, 62.000 Euro für 1,5 Hektar Land, einen Vierkanthof, Stall- und Lagergebäude sowie ein Teich zu zahlen. Auch ein tschechisches Dorf steht aktuell zum Verkauf. Einst lebten hier Sudetendeutsche, die nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben wurden, berichtete die Welt. Der Staat möchte 14.600 Euro für den Ort Vitin in Südböhmen haben. Das klingt auf den ersten Blick wie ein Schnäppchen. Aber es führt bis heute keine richtige Straße zu den verfallenen Häusern, der Grund ist landschaftlich geschützt. Die Beispiele belegen, dass immer mehr Dörfer am Land aussterben. Über einen Rückbau wird vielerorts nachgedacht, Lösungen, wie wieder mehr Leben in die Dörfer einkehren kann, werden gesucht.

ulla.gruenbacher@kurier.at

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