über das ÖFB-Team
06/23/2016

Im Kopf gescheitert

45 gute Minuten in drei Spielen sollten nicht reichen, um das Achtelfinale zu erreichen. Das Team war mental nicht fit.

von Paul Scharner

Über Pech sollte sich jetzt keiner beklagen

Paul Scharner | über das ÖFB-Team

Was für ein Finale! Bis zur letzten Sekunde hatte Österreich die Chance auf das Achtelfinale. Noch enttäuschender als das 1:2 gegen Island war für mich die Entstehungsgeschichte mit dieser fürchterlichen ersten Hälfte.

Über Pech sollte sich jetzt keiner beklagen. So viel Glück wie gegen Portugal in 90 Minuten hast du als Team normal nur auf mehrere Turniere verteilt.

Die Isländer haben von der ersten bis zur letzten Sekunde aufopferungsvoll gekämpft. Bei uns kam der Umschwung erst mit Schöpf. Wie bei den ersten beiden Spielen überzeugte der Schalke-Legionär. Ich verstehe nicht, warum er nicht von Beginn an die Chance erhalten hat. Stattdessen musste wieder Alaba 45 Minuten so weit vorne ran. Als wolle Teamchef Koller beweisen, dass seine Idee vom Portugal-Spiel doch nicht so schlecht war.

Überfordert

In der ersten Hälfte war eine Mannschaft zu sehen, die mental komplett überfordert wirkte. Ausnehmen kann ich davon eigentlich nur Baumgartlinger, der sich dagegenstemmte. Ebenso enttäuschend wie der Start war das 0:1: Dass die Isländer bei Standardsituationen gefährlich sind, also auch bei weiten Einwürfen, ist bekannt. Prödl und Hinteregger haben dabei nur zugesehen.

Schon davor war nicht zu übersehen, wie verhalten und nervös unser Team agierte. Die Erklärung dafür? Offensichtlich ist der Unterschied zwischen Qualifikation und Endrunde auf der psychischen Ebene doch noch größer, als unser Team das ohnehin erwartet hatte. Das hat sich leider auch beim Elfmeter gezeigt: Alaba wäre hingegangen, wenn sein Selbstvertrauen noch vorhanden gewesen wäre. Davor ist aber erstmals massiv Negatives auf ihn eingeprasselt – eine neue Situation für ihn.

Es ist aber auch ganz klar festzustellen: Unser Star hat in den drei Spielen nie überzeugt – wie so viele andere auch. Dabei wäre diese EURO perfekt für gefährliche Außenseiter wie Österreich einer sein hätte sollen.

Zu Beginn des Turniers hatte ich betont, dass die Zeit reif ist für einen Überraschungssieger.

Die Ergebnisse und der Turnier-Raster bestätigen mich: Spanien, Italien, Deutschland, Frankreich und England müssen um ein einziges Platzerl im Endspiel kämpfen. In der anderen Raster-Hälfte gebe ich Kroatien sehr gute Chancen.

paul.scharner@kurier.at

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.