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25.01.2013

Commenda ist Favorit für Entacher-Nachfolge

Egal, mit welchem Lager man spricht, Commenda gilt als der fähigste Kopf im Generalstab.

Egal, mit welchem Lager man spricht, Commenda gilt als der fähigste Kopf im Generalstab.

Dr. Daniela Kittner | über die Entacher-Nachfolge

Mit 31. März geht Armeechef Edmund Entacher in Pension. Seine Nachfolge wird demnächst vom Verteidigungsministerium ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist läuft vier Wochen. Im März könnte Oberbefehlshaber Heinz Fischer auf Vorschlag des Ministers einen neuen Armeechef ernennen.

Hätte das Berufsheer bei der Volksbefragung gewonnen, würde es keinen Zweifel geben: Dann hätte Karl Schmidseder, Stabschef von Verteidigungsminister Norbert Darabos und Ex-Militärkommandant von Wien, die besten Karten für die Entacher-Nachfolge gehabt. Doch Schmidseder hat sich – obwohl sympathisch und rhetorisch versiert – im Bundesheer viele Feinde gemacht, weil er sich für das Berufsheer exponierte. „Er hat seine Seele verkauft“, sagen siegreiche Wehrpflichtbefürworter über ihn.

Einer, der sich von der SPÖ nicht einspannen ließ, ist Vize-ArmeechefOthmar Commenda. Egal, mit welchem Lager man spricht, Commenda gilt als der fähigste Kopf im Generalstab und deswegen als Favorit für die begehrten roten Generals-Streifen. Commenda war der Autor des Konzepts der Bundesheerreform-Kommission unterHelmut Zilk. Sein Handicap: Er ist bei der SPÖ in Ungnade gefallen, weil er sich nicht für den Berufsheer-Feldzug einspannen ließ. Commenda war schon Armeechef in den acht Monaten, in denen Darabos Entacher abgesetzt hatte und wird es jetzt wieder werden, wenn Entacher seinen Resturlaub antritt.

Weitere mögliche Kandidaten für die Armeeführung:

Der Wiener Militärkommandant Kurt Wagner. Er gilt auch als möglicher Vize-Armeechef unter Commenda.

Ex-Landstreitkräftechef Günther Höfler, derzeit Verbindungsoffizier in Brüssel, gilt als fachlich versiert, gesundheitlich jedoch nicht ganz fit.

Edwin Potocnik, Leiter des Abwehramts.

Bernhard Bair würde als Ex-Mission-Kommandant in Sarajewo höchste Bewertungspunkte bekommen. Er gilt jedoch als wenig durchschlagskräftig.

Franz Reißner, Streitkräftekommandant, wird zu wenig Führungskraft nachgesagt.

Nach dem ersten Treffen der Regierungsarbeitsgruppe zur Wehrdienstreform gab Darabos gestern die Weisung, der Generalstab möge zu diesem Thema eine Arbeitsgruppe einsetzen.

Letzte Meldung aus dem Team Stronach: Milliardär Frank Stronach wird am Montag höchstpersönlich in den Straßen Klagenfurts Wahlwerbung machen und am Samstag nächster Woche die TV-Aufzeichnung des Villacher Faschings besuchen.