Meinung | Kolumnen | Ohrwaschl
01.05.2017

Yoga, Prost!

... beim Bier-Yoga einfach das Yoga wegzulassen.

Guido Tartarotti | über das Allerneueste.

Yoga, das war ursprünglich ein Begriff für hinduistische Philosophie. Bei uns ist es heute eher ein esoterisches Bodenturnen mit spirituellen Haltungsnoten. Es gibt Hunderte Arten und Glaubensrichtungen, vom Bikram-Yoga über Lach-Yoga bis zum schamanistischen Tantratöpfereiyoga im nördlichen Waldviertel

Jetzt gibt es wieder eine neue Form, die von den Medien begeistert aufgenommen wird: Bier-Yoga (kein Schmäh; Anm.). Das funktioniert so, dass man nach jeder Übung Bier trinkt, und falls diese Yoga-Variante demnächst ungeheuer populär wird, sollte es uns nicht allzu sehr überraschen. Es ist außerdem damit zu rechnen, dass schon bald Rotweindegustations-Yoga, Käsekrainer-Yoga sowie Regungslos-vor-dem-Fernseher-herumliege-Yoga erfunden werden.

Da nach hinduistischer Lehre jeder Weg, der zur Selbsterkenntnis führt, Yoga sein kann, spricht wohl auch nichts dagegen, beim Bier-Yoga einfach das Yoga wegzulassen. Ganz Sportliche nehmen beim Trinken Stöcke in die freie Hand, dann ist es Nordic Biersaufing.

Guido Tartarottis neues Kabarettprogramm "Selbstbetrug für Fortgeschrittene" läuft am 6. Mai im Kulturcentrum Wimpassing, am 23. Mai im Theater am Alsergrund, am 31. Mai in der Kulisse Wien und am 8. Juni im Casino Baden.