Meinung | Kolumnen | Ohrwaschl
08.11.2015

Wir sind Stolpersberger

Wir fallen zwar hin, gewinnen aber trotzdem irgendwie.

Guido Tartarotti | über ein bereits weltberühmtes Tor.

Die Fußball-Weltrangliste ist ein hoch kompliziertes mathematisches Konstrukt. Zuletzt wurden leise Zweifel laut, ob Belgien wirklich die beste Mannschaft der Welt ist (und Österreich wirklich die zehntbeste). Aber das ist schon in Ordnung: Um in der Weltrangliste vorne zu liegen, muss man während des Spieles komplizierte Rechenaufgaben lösen können, und z. B. Argentinien hat zuletzt bei Kurvendiskussionen deutlich geschwächelt.

Seit dieser Woche ist das ohnehin egal, denn Österreich stellt jetzt den im YouTube-Universum berühmtesten Fußballer der Welt: Philipp Schobesberger und sein im Hinfallen eher versehentlich erzieltes Tor für Rapid lösen gerade Hermann Maiers Sturz als ikonografisches Bild des österreichischen Sports ab: Wir fallen zwar hin, gewinnen aber trotzdem irgendwie. Außerdem war Stolpersbergers (wie er in internationalen Medien genannt wird) Tor in Wahrheit ein trainierter Trickspielzug. Und wenn nicht, auch egal: Hauptsache, wir werden narrisch und fallen anschließend dem Kollegen Riepl und dem Dipl.-Ing. Posch um den Hals.