über Beleidigungen in der Politik
05/31/2016

Stehen nicht an

von Andreas Schwarz

Das ist eine beliebte Perfidie: Sage etwas, das hängen bleibt, und gib denen die Schuld, die sich daran stören.

Andreas Schwarz | über Beleidigungen in der Politik

Die "Alternative für Deutschland" ist eine Partei mit vielen unappetitlichen Figuren. Ihr Vize-Chef sagte über den in Berlin geborenen Farbigen Jérôme Boateng: "Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut, aber wollen einen Boateng nicht als Nachbarn." Die AfD-Chefin entschuldigte sich "für den Eindruck, der entstanden ist".

Das ist eine beliebte Perfidie gevifter Beleidiger in der Politik: Sage etwas, das hängen bleibt, und gib denen die Schuld, die sich daran stören. Jörg Haider hat das oft praktiziert: "Wenn sich jemand beleidigt fühlt, stehe ich nicht an, mich zu entschuldigen" heißt übersetzt "Vom Inhalt rück’ ich wegen ein paar Querulanten nicht ab". Legendär auch Michael Häupls Vorwurf an Ex-Ministerin Karl, zu sudern und faseln und mutmaßlich "irgendwo ang’rennt" zu sein – "Wenn sich die Frau Ministerin gekränkt fühlt, tut es mir leid und ich entschuldige mich".

In diesem Sinne: Sollte sich irgendjemand durch die eingangs erwähnten "unappetitlichen Figuren" beleidigt fühlen, ... stehe ich nicht an, ... blabla usf.

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