Meinung | Kolumnen | Ohrwaschl
15.11.2017

Punsch!

Also heißes Wasser.

Guido Tartarotti | über neue Punschtrends.

Bis in die Achtzigerjahre war der Punsch in Österreich nahezu unbekannt. Wem im Freien kalt wurde, der ging dorthin, wo es nicht mehr kalt war, zum Beispiel ins Haus. Auf die Idee, sich zu sozialen und/oder karitativen Zwecken beim stundenlangen Aufenthalt unter freiem Himmel Lungenentzündungen und Räusche zu holen, kam niemand. Wagemutige tranken sogenannten Glühwein, aber nicht oft, denn er war so sauer, dass er Zahnplomben rückstandslos auflösen konnte.

Dann kam der Punsch. Es gab ihn viele Jahre lang in drei Sorten: Punsch (viel Alkohol im Punsch)/Herrenpunsch (wenig Punsch im Alkohol)/bitte lieber ein Bier. Dann explodierte innerhalb kürzester Zeit die Artenvielfalt, es gab Hunderte Punschsorten, vom Aperol-Hugo-Cremeschnittenpunsch bis zum Sauerkraut-Uhudler-Fischstäbchenpunsch.

Am Wochenende eröffnen die Weihnachtsmärkte, und wir sind schon gespannt, wer als Erster „veganen, fettfreien, kalorienreduzierten Biosauerstoffpunsch“ anbieten wird. Also heißes Wasser.

Guido Tartarottis Kabarettprogramm "Selbstbetrug für Fortgeschrittene" ist am 20. November in der Kulisse Wien, am 2. Dezember im Theater am Alsergrund und am 9. Jänner 2018 im Orpheum Wien zu sehen.