Meinung | Kolumnen | Ohrwaschl
21.12.2017

Plädoyer für den Socken!

Schenket Socken! Ein guter Socken ist wie ein Freund.

Guido Tartarotti | über Weihnachtsüberraschungen, -enttäuschungen und Geschenke.

Weihnachten ist eine Zeit der Überraschungen. Jedes Jahr im Advent finden in den Medien Prominentenbefragungen statt: Wie feiern Sie Weihnachten? Und jedes Jahr stellen wir verblüfft fest: Sie treffen einander im Familienkreis, essen etwas, beschenken einander, ganz Wagemutige stellen sich sogar abgeschnittene Bäume ins Wohnzimmer! Diese Promis – was denen noch alles einfällt?

Weihnachten ist aber auch eine Zeit der Enttäuschungen. Weniges bleibt so, wie es am 24. aussah. Die treuen Blätter des Tannenbaums werden untreu und nadeln den Teppich zu, aus Gans und Karpfen wurde Waagenlast und Hüftgold, und die Geschenke, ach, die Geschenke, die liegen jetzt in einer Ecke oder sorgen für den Umtauschstau beim Einkaufszentrum.

Daher sei, jetzt, da es sich noch ausgeht, auch heuer wieder ein Plädoyer für den Socken gewagt. Schenket Socken! Ein guter Socken ist wie ein Freund, er schützt vor meteorologischer und politischer Kälte, er verdeckt Unschönes und Anrüchiges. Und er ist gar nicht so unbeliebt, wie oft behauptet wird – im Gegenteil: Fast alle stehen auf Socken.

Guido Tartarottis Kabarettprogramm "Selbstbetrug für Fortgeschrittene" ist am 9. Jänner 2018 im Orpheum Wien zu sehen, am 13. Jänner in der Kulturwerkstatt Kottingbrunn, am 31. Jänner im Theater am Alsergrund und am 21. Februar im Kabarett Niedermair.