Karl und andere Große

Kurzfristig verlagert sich das öffentliche Interesse vom Schauplatz Gericht auf den Truppenübungsplatz Wahllokal. Sobald entschieden ist, wer seine Truppen stärker mobilisiert hat, ist wieder das Straflandesgericht im Fokus: Nach Ernst Strasser und Alfons Mensdorff-Pouilly muss sich ab Dienstag im ersten „Immofinanz“-Prozess Karl Petrikovics, einst genannt „Karl der Große“, verantworten. Im Februar folgen drei Ex-Telekom-Vorstände, dann wird gegen Gernot Rumpold verhandelt.

Angesichts großer Namen und noch größerer Summen wächst das Interesse. Lautstark wird Genugtuung über harte Urteile geäußert. Ländermatchstimmung im Schwurgerichtssaal? Der Präsident des Landesgerichts warnt vor Fußballstadion-artigen Zuständen: Liveticker und Instant-Analysen von Experten ohne Detailkenntnis würden nur der Unterhaltung dienen, aber der Sache schaden. Einfangen kann er die Ländermatchstimmung kaum noch: Man stelle sich nur vor, es käme zu einem Grasser-Prozess. Und der wird dieser Tage immer wahrscheinlicher.

(kurier) Erstellt am
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