über das Fasten
03/06/2014

Gemüseschnitzelland

von Birgit Braunrath

Man nimmt sich selbst etwas weg und hält durch – für Gott, Leber oder Galle.

Birgit Braunrath | über das Fasten

Jetzt ist es amtlich: Österreicher essen mehr Obst und Gemüse und verzichten dafür tendenziell auf Fleisch.

Das ist kein überambitionierter bundesweiter Fastenvorsatz, sondern das 2013er-Ergebnis der Agrarmarktstudie RollAMA. Stehen wir nicht nur am Beginn der Fastenzeit, sondern am Beginn eines Fastenzeitalters?

Nicht ganz. Denn wer fastet, verzichtet: Man nimmt sich selbst etwas weg und hält durch – für Gott, Leber oder Galle.

Wer aber seine Ernährung längerfristig umstellt, kasteit sich meist nicht. Er nimmt sich nichts weg, ohne sich etwas anderes, ebenso Gutes, dafür zu geben. Das ist vernünftig. Denn ein neuer Ernährungsplan ändert den Kühlschrankinhalt, nicht aber das Innenleben der Esser. Und die Gefühlslage hat wohl den größten Einfluss auf Essgewohnheiten.

Die Zahl der Vegetarier hat sich seit 2005 verdreifacht. In sozialen Netzwerken ist das Vegan-Experiment das neue Katzenfoto: täglich x-fach präsent. Aber von Dauer ist das nur, wenn das Gemüseschnitzel auch schmeckt. Sonst muss nach 40 Tagen Fleisch her, wie beim Fasten.

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