Meinung | Kolumnen | Ohrwaschl
04.12.2017

Dagobert und wir

Er ist uns sympathisch, vielleicht weil wir wissen, dass er ein bisschen so ist wie wir.

Guido Tartarotti | zu Dagobert Ducks 70er.

Es gibt in der Wissenschaft das Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen: Hat man Hunger und kauft sich eine Wurstsemmel, dann ist diese von großem Nutzen. Eine zweite Wurstsemmel ist vielleicht nicht nötig, aber erfreulich. Jede weitere Wurstsemmel ist immer weniger nützlich, bis man schließlich eine Wurstsemmel erreicht, die negativen Nutzen bringt – weil einem furchtbar schlecht wird.

Ähnlich ist es beim Geld: Die Lebenszufriedenheit wächst laut Studien zwar anfänglich mit steigendem Einkommen, allerdings wächst sie, je größer das Einkommen wird, immer weniger stark und irgendwann gar nicht mehr.

Und damit sind wir bei Dagobert Duck, der vor 70 Jahren das Licht der Welt erblickte. Die reichste Ente der Welt ist ein Grenznutzentrottel, man könnte auch freundlich sagen: ein Sammler. Dagobert Duck häuft immer mehr Geld an, obwohl er damit nichts anderes tut, als darin zu baden. Erstaunlicherweise ist Onkel Dagobert eine der beliebtesten Disney-Figuren.

Er ist uns sympathisch, vielleicht weil wir wissen, dass er ein bisschen so ist wie wir.

Guido Tartarottis Kabarettprogramm "Selbstbetrug für Fortgeschrittene" ist am 9. Jänner 2018 im Orpheum Wien zu sehen, am 13. Jänner in der Kulturwerkstatt Kottingbrunn, am 31. Jänner im Theater am Alsergrund und am 21. Februar im Kabarett Niedermair.