Meinung | Kolumnen | Ohrwaschl
10.08.2017

Futschikato II (+p)

Und demnächst dann Spompanadeln, picobello, plemplem und pfitschigogerln!

Guido Tartarotti | noch einmal über "(p)futschikato".

Gestern war hier von „futschikato“ die Rede, einem Wort, das bereits im 19. Jahrhundert verwendet, aber erst jetzt vom Duden aufgenommen wurde.

Mehrere André-Heller-Fans (darunter Heller persönlich) meldeten sich in der Redaktion, um darauf hinzuweisen, dass „futschikato“ in Hellers Roman „Das Buch vom Süden“ eine wichtige Rolle spielt. Heller erinnerte zudem daran, dass „futschikato“ in Österreich meist „pfutschikato“ ausgesprochen wird. Das P macht ja oft den Unterschied aus: Der Deutsche sagt „Furz“, der Österreicher „Pfurz“ (nicht aber „Pflatulenz“), der Österreicher sagt „Pferd“, der Deutsche „Ferd“.

„Futschikato“ ist jedenfalls ein Spaßwort, eine Italianisierung von „futsch“, welches möglicherweise vom Verb „futschen“ (vorüberhuschen) kommt. Manche glauben, es ist ein Altwiener Begriff, andere verorten es eher in Berlin.

Schön ist aber: Ausgerechnet der Duden, der immer aktuell sein will, hat hier einen sterbenden Begriff wiederbelebt. Und demnächst dann Spompanadeln, picobello, plemplem und pfitschigogerln?

Guido Tartarottis Kabarettprogramm "Selbstbetrug für Fortgeschrittene" ist am 11. September im Kabarett Niedermair zu sehen, am 27. September im Theater am Alsergrund, am 29. September in der Bühne im Hof in St. Pölten und am 5. Oktober in der Stadtgalerie Mödling.