Filmweltmeister

Ein bisschen Angst müssen wir jetzt haben vor dem 24. Februar

Guido Tartarotti | über Österreichs Serien-Erfolge in einer durchaus ungewöhnlichen Sportart

Jetzt darf man sich einfach einmal freuen: Fünf Oscar-Nominierungen für Michael Hanekes Film „Amour“, (drei davon für den Meister selbst), eine davon in der Königsklasse „Bester Film“, dazu noch die Nominierung für Christoph Waltz als „Bester Nebendarsteller“. Österreich feiert in einer durchaus ungewöhnlichen Sportart Serien-Erfolge – im Filmemachen. Nach der Freude kommt jedoch der Zweifel: Ein bisschen Angst müssen wir jetzt haben vor dem 24. Februar. Wobei die Hauptgefahr nicht darin besteht, dass die Nominierten den Oscar nicht bekommen könnten – sowohl Haneke als auch Waltz gelten als Favoriten. Sondern darin, dass sie ihn bekommen. Beziehungsweise darin, was danach passiert. Die Schultern von Haneke und Waltz würden zu Brei geklopft. Die Boulevardmedien würden wochenlang im Siegestaumel hyperventilieren. Und diverse Politiker, die mit diesen Erfolgen nichts, aber auch schon gar nichts zu tun haben, würden sich im Oscarglanz sonnen und es schon immer gewusst haben: Österreich ist Filmweltmeister!

Erstellt am 11.01.2013