Die Eisbrecherin

Sie wollte nicht Quotenfrau sein, sondern 'Eisbrecherin'

Birgit Braunrath | über Maria Schaumayer

Wer war diese Maria Schaumayer?“, fragen die Jungen. – Unter anderem war sie von 1990 bis 1995 Präsidentin der Oesterreichischen Nationalbank und damit die erste weibliche Notenbankgouverneurin der Welt.

Sie wollte nicht Quotenfrau sein, sondern „Eisbrecherin“. Sie sprach nicht von Emanzipation, sondern von „Frauensolidarität“. Sie blieb angesichts von Männern mit Machtgehabe stets höflich, tat aber unverblümt kund: „Machos sind wie die Inflation, sie kommen immer wieder.“ Und an anderer Stelle: „Inflation entsteht immer durch Hybris.“

Ihr selbst blieb die Hybris sogar in höchsten Positionen fremd, sie hielt sich nie für ein Schwergewicht: „Wenn ich als zu leicht für eine Aufgabe befunden werde, muss ich an mir arbeiten“, sagte sie. Und das tat sie. Bis ins hohe Alter.

Keine Feministin, aber eine Frau, die sehr früh die gläserne Decke durchstoßen hat und dabei am Boden geblieben ist. Ein Satz von ihr sollte im Gedächtnis bleiben – auch den Jungen: „Wir Frauen müssen uns gegenseitig ermutigen. Es ist ja keine Frage, dass wir alles können.“

Erstellt am 24.01.2013